York Peninsula
25. März, 2007 von Moderator
Die außergewöhnliche Vielfalt der Yorke Peninsula
Die Yorke-Halbinsel im Süden des Staates trennt den St. Vincent Gulf vom Spencer Gulf. Die Halbinsel hat eine stiefelähnliche Form und ragt recht weit zwischen den beiden Seen ins Meer.
Man findet an der Küste der Insel eine recht faszinierende Landschaft, in der es vor allem eine vielfältige Vogelwelt zu entdecken gibt. Die Insel ist relativ schmal, hat also nicht allzu viel Hinterland vorzuweisen.
Dennoch ist die landschaftliche Vielfalt beträchtlich. Vor allem die Ostküste der Halbinsel ist sehr reizvoll. hier findet man die Möglichkeit, einen schönen Küstenstrich mit dem Auto oder auf ausgedehnten Wanderungen zu erkunden. An der Westküste hingegen, wo die Insel an den ruhigen Spencer Gulf grenzt, findet man schöne Badestrände vor. An dieser Küste liegen auch die kleinen Badeorte auf der Halbinsel.
Neben den breiten Feuchtgebieten entlang der Küste findet man eine hügelige Landschaft dort, wo die Küste etwas weiter entfernt ist. Verschiedene Wälder überziehen Teile der Region, und manche der höheren Erhebungen wiesen in der Vergangenheit reiche Erzvorkommen auf. Diese sind es auch, die die Yorke Peninsula mehr als eindeutig prägen – der Kupferboom aus dem 19. Jahrhundert hat bis heute seine Spuren auf der Halbinsel hinterlassen.
Um 1860 wurden reiche Vorkommen von Kupfererz in der Nähe der Siedlungen Wallaroo, Moonta und Kadina entdeckt. Nachdem sich die Nachricht darüber verbreitet hatte, kam es zu einem wahren Bergbauboom, der viele der ansässigen Menschen dazu brachte, Arbeit in den Minen zu suchen, und dessen Ausmaße sogar bis nach England reichten.
Bergleute aus Cornwall, die unter den schlechten Arbeitsbedingungen in der Heimet zu leiden hatten, wollten die Chance zu einem Neuanfang in Australien nutzen. In England gab es in dieser Zeit bei weitem mehr Arbeiter als Arbeit, was die Schließung einiger großer Minen zur Folge gehabt hatte. Die Arbeiter versprachen sich nun, in Australien nicht nur Arbeit zu finden, sondern sogar bessere Konditionen angeboten zu bekommen, weil in der neuen Kolonie mehr Arbeit vorhanden war, als die ansässigen Arbeiter bewältigen konnten.
Diese Rechnung ging während des Bergbaubooms durchaus auf. Die Arbeiter aus Cornwall wurden beinahe ausnahmslos eingestellt, man bot ihnen bessere Gehälter und die Gelegenheit zu einem Neuanfang in einer Umgebung, die nicht von den Schwierigkeiten in England geprägt war.
Nachdem der Kupferboom auf der Yorke-Halbinsel vorüber war, hatten die meisten Minenarbeiter immerhin so viel Geld ansammeln können, dass sie nun auf die Landwirtschaft oder eine andere Arbeit umsteigen konnten. Zurückblickend erkennt man, dass viele der Arbeiter aus Cornwall mit ihrem Plan einen großen Erfolg gehabt hatten und dass sie in Australien weitaus bessere Bedingungen vorfanden, als sie sich in England jemals hätten schaffen können.
Mittlerweile ist der Kupferbergbau allerdings völlig aufgegeben; nur noch einige Ruinen und verlassene Minenanlager erinnern an seinen ehemals wichtigen Stellenwert. Andere Wirtschaftszweige haben seinen ehemals wichtigen Platz eingenommen – besonders der Getreideanbau spielt heute eine große Rolle
Die Yorke-Halbinsel hat aber neben den drei Kupferstädten noch einige andere Sehenswürdigkeiten zu bieten. In Maitland, einer kleinen Siedlung im Zentrum der Halbinsel, findet man ein wirklich bemerkenswertes National Trust Museum, welches sich vor allem der Geschichte der Landwirtschaft gewidmet hat.
Die Ausstellungen hier sind vor allem für Besucher interessant, die sich mit dem Wandel der Wirtschaft vom Bergbau zur Landwirtschaft beschäftigen wollen, und für solche, die die Überwindung der anfänglichen Schwierigkeiten der Siedlungszeit interessiert.
Ein kleiner, früher bedeutungsvoller Hafen an der Westküste der Halbinsel ist Port Victoria. Die Stadt zählt heute nur rund 250 Einwohner, war aber früher einer der wichtigsten Häfen der Halbinsel, und zwar zur Zeit der Segelschiffe, die hier Getreide von der Insel aufnahmen. Besonders Großsegler legten im Hafen von Port Victoria an, da die Winde eine Fahrt auf beiden Wegen begünstigten.
Heute hat der Ort hauptsächlich noch eine Bedeutung, weil geschützte Badestrände in der Umgebung Touristen anziehen.
Im südlichen Zentrum der Insel liegt Minlaton, ein kleiner Ort mit gerade einmal 800 Einwohnern, der aber eine recht große Bekanntheit in Australien genießt, da die Stadt die Heimat des australischen Flugpioniers Harry Butler ist. Daher wurde ein kleines, aber durchaus beachtenswertes Luftfahrtmuseum eingerichtet, wo man nicht nur Interessantes über Harry Butler und seine Maschine, sondern auch über den australischen Flugverkehr im Allgemeinen erfahren kann.
Besucher schätzen in der Gegend von Minlaton neben dem interessanten Museum vor allem die schönen Badestrände in der Umgebung. Nur wenige Kilometer entfernt liegen die kleineren Hafensiedlungen Port Vincent und Port Rickaby, die ebenfalls in der Vergangenheit von größerer Bedeutung waren. Mittlerweile sind sie hauptsächlich als kleine, gemütliche Badeorte bekannt, in denen man in Motels oder auf angenehmen Campingplätzen unterkommen kann.
Weiter im Süden, sozusagen im „Fuß“ des Stiefels der Yorke Peninsula, ist das wichtigste Zentrum die kleine Stadt Yorketown. Dieser Ort, der rund 800 Einwohner zählt, ist der Mittelpunkt eines großen Getreideanbaugebietes, welches auf der Halbinsel einen vergleichsweise hohen Stellenwert einnimmt.
Die Farmen und Höfe der Umgegend liegen zwar für australische Verhältnisse nicht wirklich weit auseinander, aber da es kaum eine größere Stadt in der Nähe gibt außer Yorketown, stellt diese dennoch ein wichtiges Zentrum für Handel und Dienstleistung dar; dementsprechend ist das Angebot in der Stadt auch für ihre Größe überdurchschnittlich.
Neben dieser wichtigen Funktion für den Süden der Insel ist es vor allem der Tourismus, der in den letzten Jahren in Yorketown einen immer größeren Stellenwert einnahm. Die Nähe zum schönen und bei Besuchern beliebten Innes National Park, der weite Teile der Südspitze der Halbinsel einnimmt, begünstigt den Fremdenverkehr in der Stadt, und abgesehen davon ist Yorketown auch ein sympathisches, kleines Städtchen mit vielen verschiedenen Touristenunterkünften und einigen netten Restaurants.
Östlich von Yorketown liegt die zweite wichtige Siedlung im Süden. Edithburgh mit seinen knapp 500 Einwohnern ist vor allem als touristisches Ziel bekannt, da die Lage des Ortes wunderschön ist. Von den verschiedenen Aussichtspunkten der Stadt hat man einen grandiosen Ausblick über den St. Vincent Gulf und die vielen kleinen Inseln, die vor der Küste liegen.
Auch hier gibt es ein interessantes National Trust Museum, welches die Geschichte der südlichen Halbinsel zum Thema hat.
Der Anlegesteg des Städtchens wurde 1873 angelegt und ist in seiner damaligen Form noch erhalten; allerdings ist er heute für die Seefahrt von fast keine Bedeutung mehr. Edithburg leidet darunter allerdings nicht; mit seinen vielen kleinen Sehenswürdigkeiten, seiner vorzüglichen Lage und einem angenehmen Fremdenverkehrsklima ist die Stadt ein guter Anziehungspunkt für Besucher.
Baden kann man im örtlichen Felsenschwimmbad, einer idyllischen Anlage, die die Vorzüge eines Schwimmbads mit natürlicher Schönheit vereint. Ansonsten ist die südlich der Stadt gelegene Sultana Bay beliebt, die auch Tauchfreunden einiges zu bieten hat, beispielsweise das Wrack der „Clan Ranald“.
Ein Teil des Südens der Yorke Peninsula wird eingenommen vom Innes National Park, ein rund 90 Quadratkilometer großes Schutzgebiet mit einer vielfältigen, schönen Landschaft. Die vorherrschende Vegetation sind Mallees und Heiden, allerdings ist nicht der gesamte Park so halbtrocken – Salzseen und Sümpfe sind hier ebenfalls zu finden, die einen Lebensraum für eine Vielfalt von Tieren bieten. Interessant ist vor allem die artenreiche Vogelwelt, die in den Feuchtgebieten zu finden ist. Der Innes National Park ist auch eine der wenigen Gegenden in Australien, in denen noch der seltene Western Whipbird zu finden ist.
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