Winter Australien
2. November, 2006 von Moderator
Victoria – des Australiers liebstes Skiresort
Bei australischen Skifahrern besonders beliebt ist seit einigen Jahren der Langlauf, die liebste Disziplin der Skifahrer in Victoria. Zwar eignen sich die Gegebenheiten in den Victorian Alps für diesen Sport etwas weniger als in europäischen Gebieten, doch tut dies der Begeisterung der Australien keinen Abbruch.
Für Europäer indes sind die australischen Gebiete auch nicht wirklich attraktiv. Die australischen Berge, die sich überhaupt fürs Ski fahren eignen, sind recht niedrig oder liegen recht weit nördlich. Dies führt zu mangelhaften Schneeverhältnissen, die von den meisten Resorts durch Schneemaschinen ausgeglichen werden.
Dies allerdings und der Umstand, dass der elitäre Charakter des Skisports in Australien noch weitaus spürbarer ist als in Europa, führt zu teilweise unverschämt hohen Preisen in den Resorts – Europäern, denen ja die Möglichkeit offen steht, ihrem Sport in den vorteilhafteren Umgebungen der Nachbarländer nachzugehen, wird dies die Skifreuden während ihres Australienurlaubs wahrscheinlich vergällen. Die Skisaison in Australien in Australien ist übrigens von Juli bis September, also während der australischen Winterzeit.
Das heisst jedoch nicht, dass der Nordosten Victorias seinen Besuchern nicht einiges zu bieten hätte. Im Sommer zum Beispiel findet man in den Bergen und dem umliegenden Hügelland mehr als genug Gelegenheiten, die markant-schöne Landschaft dieser Region zu Fuß oder zu Pferd zu erkunden.
Man sollte allerdings im Hinterkopf behalten, dass die Witterung auch im Sommer unstet ist – zu jeder Zeit sollte man auf plötzlicher Wetterumschwünge eingestellt sein, will man nicht ohne die entsprechende Ausrüstung von einem plötzlich aufkommenden Hagelsturm überrascht werden. Gerade Kleingruppen oder gar allein reisende Touristen müssen ihre Touren sorgfältig planen, um diese oft gefährlichen Umschwünge gut überstehen zu können.
Die Hochplateaus und Hügel des nordöstlichen Victoria sind übrigens der Ursprung der australischen Buschromantik. Ähnlich wie die amerikanischen Cowboys treiben hier berittene Hirten die Viehherden im Sommer auf die Hochebenen; den Winter verbringen die Tiere in den tiefer gelegenen Tälern.
Diese „mountain cattlemen“ erinnern nicht nur von ihrer Tätigkeit her an das amerikanische Pendant – auch das Lebensgefühl, welches ihnen in den städtischen Teilen des Kontinents zugeschrieben wird, ähnelt dem der Cowboys. Die Cattlemen sind die Verkörperung des australischen Mythos vom freien, naturverbundenen und harten Leben im Busch. Einige australische Filme widmen sich diesem Gefühl ebenso, wie es die amerikanischen Western taten.
Dieses Lebensgefühl, dessen Wirklichkeit wohl nur die Cattlemen selbst beurteilen können, hat diesen berittenen Hirten allerdings vor rund zwanzig Jahren einmal gute Dienste geleistet. Damals stand es zur Debatte, das Hochland im Nordosten Victorias nicht mehr als Weide zuzulassen, da die Umweltbelastung der riesigen Herden zu groß erschien.
Die Cattlemen, die ihre Existenzgrundlage bedroht sahen, kämpften um ihre traditionellen Arbeitsplätze und setzten dabei in jeder Art von Öffentlichkeitsarbeit diesen Buschmythos geschickt ein. Das Ergebnis dieses Konfliktes ist eindeutig – die meisten der Arbeitsplätze sind noch heute erhalten, und am Leben im Busch hat sich nicht viel geändert.
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