Victoria Gold
8. Juni, 2007 von Moderator
Western District, Victoria
Wenn man von Central Victoria sagen kann, dass die Region einen erstaunlichen Wandel von einem expandierenden Goldrausch-Zentrum zu einer ruhigen, ländlichen Region hinter sich gebracht hat, so ist der Western District beinahe ironischerweise schon immer das Zentrum der Viehzucht gewesen.
Vom Goldrausch vergleichsweise unberührt, erlebte die Region hauptsächlich zur damaligen Zeit einen Aufschwung, weil wohlhabende Goldsucher aus dem Zentralgebiet die große Fruchtbarkeit des Landes für sich nutzen wollten.
Der Grund für die hohe Qualität des Bodens ist wahrscheinlich der vulkanische Ursprung der Bodenplatte im Western District. Die weite Ebene, die große Teile der Region einnimmt, wird nur durch wenige emporragende erloschene Vulkane unterbrochen; der Boden, der dort zu finden ist, eignet sich gut als Weideland und teilweise auch für anderen Landwirtschaft.
Dementsprechend ist der Western District besonders bekannt für sein Fleisch und seine Wolle. Es wird hauptsächlich Merino produziert, eine Wollart exzellenter Qualität, deren Export den Bewohnern einen guten Gewinn einbringt.
Die Gegend wird so intensiv für die Zucht genutzt, dass rund ein Drittel aller Schafe und Rinder Victorias auf den Weiden des Western District grasen.
Ein anderer Wirtschaftszweig ist für viele Farmen ist die Aufnahme von Gästen für eine oder mehrere Nächte. Die Farmer bieten neben der Unterkunft oft auch einfache, aber schmackhafte Mahlzeiten an, und die Besucher haben die Gelegenheit, das Leben in dieser Region recht hautnah zu erkunden.
Touristisch gesehen sind es aber nicht nur die Farmen, die einen Besuch im Western District lohnenswert machen. Zwischen Colac und Camperdown findet man eine Reihe von vulkanischen Seen, die ideal zum Fischen und für verschiedene Arten von Wassersport sind. In der Nähe der Seen findet man auch einige Unterkunftsmöglichkeiten, meist Campingdörfer, die in rustikaler Atmosphäre zu einem ruhigen Urlaub einladen.
Durch die Region ziehen sich auch die Berge der Grampians, ein Höhenzug, der hier öfter die 1.000-Meter-Grenze durchbricht. Der Hauptort in dieser Region ist Halls Gap, ein Urlaubsort, der insbesondere von passionierte Wanderern und anderen Bergsportlern gerne aufgesucht wird.
Der höchste Berg in diesem Teil der Grampians ist Mt Arapile, ein beliebtes Ziel für Kletterer, da die Felswände und Überhänge auch für erfahrene Sportler noch eine Herausforderung darstellen, während der Einstieg in niedrigeren Regionen recht einfach zu vollziehen ist.
Jenseits der Grampians wird das Land zusehends flacher. Näher an den Ausläufern der Berge liegt das flache Wimmera, eine Region, in der insbesondere der Anbau von Weizen einen wichtigen Wirtschaftsfaktor darstellt. Nach Norden hin geht diese Landschaft ins Mallee über, eine trockene und heiße Steppenlandschaft, die dementsprechend dünn besiedelt ist. Einige Seen und Feuchtgebiete lockern das trockene Flachland auf.
Auch wenn das Land auf den ersten Blick relativ öde wirkt, findet man eine erstaunliche Vielfalt von Tieren und Pflanzen darin vor. Das präzise eingespielte Ökosystem einer solchen Landschaft ist für Eingriffe von außen besonders sensibel; deshalb stehen bereits seit geraumer Zeit große Teile dieser Landschaft unter Naturschutz.
Hier beginnt auch die Great Ocean Road, die schönste Küstenstrecke Victorias, die in den Zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts gebaut wurde, ursprünglich als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für zurückgekehrte Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg.
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