Ureinwohner Australien

Die Geschichte und Kultur der Ureinwohner im Motwingee Park

Nur wenige Orte in Australien zeugen so deutlich von der Kultur der Ureinwohner wie die Region des heutigen Mootwingee National Parks.

Die Zahl der Felsmalereien und Gravuren, die man in dieser Region findet, ist weitaus höher als in den meisten anderen Teilen des Kontinents; so stellt der Park neben seiner Funktion als Naturschutzgebiet auch schon seit langem ein überaus wichtiges kulturelles Schutzgebiet dar.

Auch wenn die Spuren der Aborigines hier sehr deutlich sind, ist ihre Geschichte dennoch recht dunkel. Erst im Zuge der Gründung von Broken Hill kommt ein wenig Licht in die Geschichte des Nationalparks. Auch wenn der Mootwingee Park eigentlich beträchtliche 130 Kilometer von diesem ehemaligen Bergbauzentrum entfernt liegt, ist er doch einigermaßen eng in seiner Geschichte mit der bekannten Siedlung an der Line of Lode verbunden.


 



Broken Hill gilt in ganz Australien auch heute noch als das Synonym für den Bergbau. Es gab in der frühen Zeit Australiens eigentlich selten Grund für die Siedler, die abgelegenen und trockenen Ebenen des Far West zu erschließen, doch änderte sich dies, als die Line of Lode, die reichhaltigste Ader ihrer Art auf der ganzen Welt, entdeckt wurde.

Broken Hill war früher auch nicht mehr als eine große, wirtschaftlich wichtige, aber ansonsten kaum beachtete Bergarbeitersiedlung, deren Bild durch die Arbeiter aus der Mine nachhaltig geprägt wurde. Es ist nur verständlich, dass die wirtschaftliche Struktur der Stadt hauptsächlich auf die Bedürfnisse dieser Menschen ausgerichtet war, und da sich Broken Hill zu dieser Zeit keiner großen touristischen Beliebtheit erfreute, fand man abgesehen von Kneipen nur wenig Gastronomie.

Erst in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die permanente Wasserversorgung der Stadt durch eine Pipeline vom Darling River sicher gestellt. Seitdem haben extensive Begrünungsaktionen haben dazu geführt, dass Broken Hill sich als erfrischen grüne Oase inmitten der roten Weiten des Outbacks darstellt.

Die Geschichte von Broken Hill mag für den Mootwingee Park nebensächlich erscheinen, doch muss man in der Retrospektive sagen, dass es gerade die Bergbausiedlung mitten im Outback war, die für ein australisches Bewusstsein in Bezug auf das Outback sorgte.


 



Es ist nämlich schon seit einiger Zeit nicht mehr der Bergbau, der Broken Hill prägt, sondern vielmehr die Bekanntheit der Stadt und ein daraus resultierender Tourismus, der zwar ob der Abgelegenheit nicht gewaltig, aber immerhin beachtlich ist.

Diese Entwicklung ist der Stadt selbst zuzuschreiben; es waren nämlich die „Brushmen of the Bush“, die berühmten Künstler aus der Mitte des 20. Jahrhunderts, die mit ihrer Kunst das neue Bewusstsein für das Outback auf beeindruckende Weise in Bewegung brachten.

Die Gründung des Mootwingee Parks ist ihnen zwar nur höchst indirekt zu verdanken, doch immerhin muss man sagen, dass es vor den Kunstwerken der „Brushmen“ nur wenigen Menschen als sinnvoll erschienen wäre, abgelegenes und zum Bersten trockenes Land zu einem Schutzgebiet zu erklären.

Länger als der Nationalpark besteht die Mootwingee Historic Site, die der über das gesamte 20. Jahrhundert bestehenden Bewegung für die Kultur der Aborigines zu verdanken ist. Sie wurde in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts in den Nationalpark umgewandelt.

Es ist erstaunlich, wieviel australische Kultur man in einem so trockenen und scheinbar lebensfeindlichen Park wie Mootwingee finden kann, doch umfasst er zwei ganz wesentliche Aspekte der modernen australischen Kultur: Outback und Aborigines gelten heute als so australisch wie nur wenig Anderes.

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