Sydney Geschichte

New South Wales im Goldrausch

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es insbesondere einen Stoff, der die Geschichte Sydneys und New South Wales prägte: Gold.

Ungefähr ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde überall in New South Wales Gold gefunden, und auch wenn die Grundbesitzer, die um ihre Arbeitskräfte fürchteten, die Nachrichten über die Funde für eine Weile zurück halten konnten, war der Goldrausch in Australien durch keine Maßnahme zu verhindern.

Wie in anderen Teilen der Welt, in der Goldfunde zu kurzfristigen, teilweise spektakulären sozialen und rechtlichen Problemen führten, war ein kurzfristiges Kontrollverlust durch die Obrigkeit und die Grundbesitzer auch in Sydney nicht zu vermeiden. Schon die ersten Goldfunde von 1823 hatten eine Gefahr dargestellt, da die Blue Mountains, in denen die Vorkommen gefunden worden waren, so zu einem Anziehungspunkt für hoffnungsvolle Schürfer und Arbeiter wurden.

Der Goldrausch von 1851 allerdings brach mit einer weitaus größeren Gewalt hervor als die geringfügige Abwanderung einzelner Menschen und Familien in die Blue Mountains.


 



Allerdings sollte man kein falsches Bild von Sydney zur Zeit des Goldrausches haben: die Situation war keineswegs anarchisch, die Menschen hofften und bangten zwar um ihr Schicksal und versuchten, ihren Teil vom großen „Goldkuchen“ zu ergattern, doch blieb es vergleichsweise ruhig in der Stadt.

Ein entscheidender Wandel ging jedoch durch Sydney, als in den 80er Jahren desselben Jahrhunderts bei Broken Hill die größten Lagerstätten der Welt von Blei, Zink und Silber fand. Die reichen Vorkommnisse von diesen Bodenschätzen brachten Sydney Reichtum und Wohlstand.

Dieser Wohlstand war auch die Grundlage vieler berühmter Bauten, die in Sydney zu dieser Zeit entstanden. Einer der berühmtesten Architekten, der zu dieser Zeit mit vielen Bauwerken das Gesicht der Stadt prägte, war Edmund Blacket. Nach seinen Plänen wurde zum Beispiel die Great Hall der Universität gebaut.

Viele schöne Häuser der Vorstädte Paddington und Stanmore stammen ebenfalls aus dieser Zeit. Auch Woollaha wurde in dieser Zeit entscheidend für die nächste Zeit geprägt.

Die Bauwerke und Häuser, die zur Zeit des Goldrausches (auch wenn man in Sydney wohl eher von Silber-, Zinn- und Bleirausch sprechen sollte) drückten den Wunsch aus, den neu erworbenen Reichtum und Wohlstand zur Schau zu stellen und Sydney endlich, nachdem man die unliebsame Vergangenheit als ehemaliges Sträflingslager hinter sich gelassen hatte, als die Stadt darzustellen, die den Bewohnern vorschwebte.


 



Im Zuge des teilweise mondänen Ausbaus der Stadt wurden auch die Befestigungsanlagen erweitert, insbesondere am Hafen.

Fort Denison auf Rock Island steht noch heute als imposantes Bauwerk inmitten des Hafens.

Sydney wuchs bis zum Beginn des 20. Jahrhundert rapide an. Die Bevölkerungszahl stieg, nicht zuletzt, weil zahlreiche Neusiedler natürlich von den Edelmetallfunden magisch angezogen wurden.

Bald wurde eine Eisenbahnlinie gebaut, in der Stadt wurden Kommunalräte gegründet, und es schien, als bräche für Sydney eine goldene Zeit an. In entsprechender Pracht wurde 1888 auch die 100-Jahr-Feier der Stadt begangen. Der Centennial Park wurde im Zuge dieser Festlichkeiten prachtvoll eingeweiht, und noch heute zählt der Park zu den beliebtesten und schönsten Naherholungsgebieten der Stadt.

Die Äußerung eines Offiziers der First Fleet, der die Gründung eines neuen Imperiums durch die Besiedlung Australiens (und damit in den ersten Jahren insbesondere Sydneys) vorausgesagt hat, schienen sich zu bewahrheiten.

13 Jahre nach der 100-Jahr-Feier wurde dann auch der Staatenbund, der Commonwealth of Australia, gegründet. Passenderweise wurden die entsprechenden Dokumente im Centennial Park unterzeichnet.

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