Sydney Aboriginal

Aborigines in Sydney

Die Fehleinschätzung Cooks, die die Besiedlung Australiens und damit auch Sydneys überhaupt erst möglich gemacht hatte, sollte in den Jahren der Siedlung zu steigenden Problemen führen.

In der Gegend von Botany Bay lebten nicht nur, wie Cook es in England fälschlicherweise berichtet hatte, 30 bis 40 Ureinwohner, sondern mehrere tausend, und so ähnlich verhielt es sich in Sydney. Das Land war nach dem Sippensystem der Aborigines verteilt, und die Ankunft der Europäer störte diese jahrhundertealte Verteilung empfindlich. Natürlich war im System der Aborigines kein Platz für mehrere hundert englische Siedler, die plötzlich Land, welches früher anderen Menschen Lebensraum geboten hatte, für sich beanspruchten.


 



Es kam jedoch kaum zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Die Aborigines waren es gewohnt, unter bestimmten Umständen ihren angestammten Lebensraum zu verlassen, und der Kontinent Australiens war weit genug, um auch den englischen Sträflingen noch problemlos Raum zu bieten.

Es war allerdings in der Gründerzeit Sydneys kaum nötig, dass die Ureinwohner ihr Land verließen, denn die Europäer brachten etwas viel Gefährlicheres mit als einige wenige Menschen, die nicht mehr taten, als Land zu beanspruchen – nämlich Krankheiten.

In der Region Sydney starben in den ersten Jahren der Besiedlung zwei Drittel der Ureinwohner an den unbekannten europäischen Krankheiten, insbesondere an den Pocken. Die hohe Sterblichkeit unter den Aborigines fegte schnell über die Menschen hinweg – in wenigen Jahren waren in den betroffenen Gebieten die angestammte Lebensweise und auch die sozialen Strukturen beinahe zerstört, die Aborigines kämpften mit dem Überleben oder zogen sich schutzsuchend in anderen Gegenden zurück.

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