Restaurant Melbourne

Melbourne - Esskultur und Esskulturen

Es scheint in Melbourne eine besondere Angewohnheit der verschiedenen Küchen zu sein, dass sie sich in bestimmten Gegenden verstärkt gruppieren und dort auch nach Möglichkeit keine „ausländische“ Konkurrenz zulassen. Dies gilt natürlich insbesondere für die Küchen solcher Kulturkreise, die sich auch öfter in „eigenen“ Straßenzügen zusammenfinden, so dass die kulturelle Trennung natürlich auch schon ohne Gastronomie relativ scharf ist.

So wird die Bourke Street im City Centre klar von italienischen Restaurants und Bistros dominiert, unter die sich auch ein paar Häuser mit typisch australischer Küche mischen, während in der Lonsdale Street hauptsächlich griechische Gastronomie zu finden ist.

Der Vorort Carlton ist wiederum klar in italienischer Hand (überhaupt sind die Italiener in der Gastronomie in Melbourne ziemlich stark), während in Fitzroy exzellente spanische und portugiesische Restaurants zu finden sind.


 



Die größte Dichte von Restaurants findet sich eindeutig im City Centre, dicht gefolgt von St. Kilda. Im Stadtzentrum findet man eine Unzahl von kleinen Cafés und Takeaways, in denen man den Tag über Snacks erstehen kann. Insbesondere Flinders Lane ist ein wahres Mekka dieser kleinen Buden. Man kann dort ohne größere Probleme für zwischen 2 und 6 Dollar ein Frühstück einnehmen, das sich entweder als kleiner Snack oder schon als richtiger kleiner Genuss bezeichnen kann.

Hauptmahlzeiten in einem der Restaurants der Stadt schlagen mit 6 Dollar und mehr zu Buche, wobei normalerweise die kleineren chinesischen Restaurants, welche man zum Beispiel in der Little Bourke Street findet, vergleichsweise die günstigsten sind.

Allerdings leiden diese Häuser unter der Konkurrenz großer Take-Away-Ketten, die für weniger Geld ein komplettes Essen inklusive eines Getränks anbieten, ein Preis, der von klassischer Gastronomie natürlich kaum zu schlagen ist.

Es ist also klar, dass man in Melbourne auch ohne selbst zu kochen relativ günstig über die Runden kommen kann; selbstverständlich sind die preislichen Grenzen in der australischen „Stadt des Essens“ nach oben völlig offen. Es ist keine Schwierigkeit, für ein Dinner ohne die Getränke schon 50 Dollar zu bezahlen, ein Preis, der sich allerdings auch in der exzellenten Qualität der melbourneschen Küche niederschlägt.


 



Eine Besonderheit in der Stadt sind die sogenannten „Food Courts“, die teilweise auch „Food Halls“ oder „Food Malls“ genannt werden. Dabei handelt es sich, wie der Name vermuten lässt, um große gastronomische Einrichtungen handelt, die aus aneinandergereihten Essständen bestehen.

Normalerweise findet man in einem Food Court gleich mehrere Küchen unter einem Dach, die ihre Speisen auch vergleichsweise günstig anbieten. Gewissermaßen sind Food Courts also die gastronomische Ausprägung des Multikulturalismus, der in Melbourne so verbreitet ist.

Der Ong Food Court in der Little Bourke Street bietet hauptsächlich asiatische Speisen an, wobei die Angebote in verschiedene regionale Küchen differenziert werden. Man findet in diesem Markt ebenso chinesische wie auch thailändische, vietnamesische und malaiische Küche. Der Ong Food Court ist relativ günstig und schenkt auch Alkohol aus.

Ein anderer, in Melbourne sehr bekannte Markt ist der Hyatt International Food Court, der helle Räumlichkeiten und sehr bequeme Sitzgelegenheiten bietet. Der Hyatt Food Court gilt als der gepflegteste, allerdings nicht unbedingt als der günstigste der Stadt, und ein Besuch empfiehlt sich, wenn man eine vielfältige Speisekarte wünscht, auf die Annehmlichkeiten eines angenehmen Ambiente aber nicht verzichten möchte.

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