Reisen durch Australien
5. März, 2007 von Moderator
Verhalten im Verkehr
In Australien gibt es Verhaltensregeln, die weniger offensichtlich, aber eigentlich nicht weniger selbstverständlich sind.
Wie in allen anderen Ländern der Welt schätzt man auch in Australien keine Umweltverschmutzung. Touristen, die nach einer Rast ihren Müll zurücklassen, sind nicht gerne gesehen; dieses Vergehen wird geahndet und kann gerade in agrarisch geprägten Regionen relativ harte Strafen nach sich ziehen, da die Auswirkungen der Verschmutzung direkt und unangenehm sein können. Immerhin kann das Kauen und Schlucken eines Plastikteils oder ähnlichen Unrats für das Vieh auf der Weide lebensbedrohlich sein und bedeutet somit einen direkten Verlust für den Farmer.
Ebenso ist es geboten, weidende Tiere möglichst wenig zu stören. Im Gegensatz zu Deutschland, wo die Tiere, die nahe einer Straße weiden, Kontakt mit Menschen sehr gewöhnt sind, kann ein Mensch australisches Vieh sehr verstören und erschrockene Reaktionen hervorrufen, die für das Tier tödlich enden können. Elektrozäune werden auch hier verwendet, um die Weiden zu begrenzen, und ein panischer Kontakt eines Rindes kann man einer Beschädigung des Zaunes oder dem Tod des Tieres enden.
Wichtig ist es ebenfalls, den Tieren das Wasser zu lassen, auf das sie angewiesen sind. Manchmal findet man Tröge oder Wassertanks vor, die recht abgelegen stehen und die meistens für das Tränken von Vieh verwendet werden.
Es gab in der Tat schon Touristen, die dieses Wasser zum Baden oder zum Waschen von Kleidung verwendeten, ein Verhalten, welches für die Tiere schwere Probleme barg. Die Instinkte hielten sie nun davon ab, sich dem Wasser zu nähern, und nicht wenige Farmer mussten sich später über verdurstetes Vieh ärgern. Auch sollte man nicht in der Nähe einer Tränke campieren, da die Tiere auch dann das Wasser meiden und Durst leiden müssen.
Schließlich sollte man mit einem eventuellen Lagerfeuer sehr vorsichtig sein, da viele Weideregionen sich in relativ trockenen Landstrichen befinden. Man sollte sein Feuer nur sehr kontrolliert brennen lassen, niemals allein lassen und vor allem sehr sorgsam löschen, da in den trockenen Gebieten Australiens ein einziger Funke ausreichen kann, um einen Buschbrand zu entfachen.
Die letzte Verhaltensregel bezieht sich auf eventuell in landwirtschaftlich genutzten Gebieten auftretende Notfälle.
Man sollte die Höflichkeit besitzen, die Anwohner auch in Australien wirklich nur dann zu stören, wenn ein ernstes, aus eigener Kraft nicht zu lösendes Problem auftritt. Viele Farmer, gerade die in den abgelegeneren Regionen, sind wenig erpicht darauf, Touristen mit einer Motorpanne oder ähnlichem zu versorgen, weshalb man eventuell offerierte Gastfreundschaft auch wirklich nur dann in Anspruch nehmen sollte, wenn es Not tut.
Wie in vielen Gebieten, in denen nur wenige Menschen leben, gibt es auch in den abgelegenen Regionen Australiens den Kodex, einem Menschen in Not beizustehen. Die Freundlichkeit, mit der diese Hilfe oft ausgeführt wird, sollte nicht ausgenutzt werden.
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