Port Pirie

Port Pirie

Etwas mehr als 230 Kilometer nördlich von Adelaide liegt eine zweite wichtige Hafen- und Industriestadt der Region. Port Pirie zählt ungefähr 14.000 Einwohner, die insbesondere vom Weizenanbau leben, der hier eine riesige Rolle spielt.

Auch Port Pirie wurde relativ früh gegründet (1845), konnte aber im Vergleich zu anderen Hafenstädten in South Australia sehr schnell auf eine funktionierende, ertragreiche Landwirtschaft zurückgreifen.

Die großen Getreidesilos, die das Stadtbild in manchen Gegenden noch heute prägen, sind eindrucksvolle Beweise dieser Wichtigkeit.

Neben der Landwirtschaft, die auch noch heute das Umfeld der Stadt besonders prägt, ist es vor allem die Verarbeitung von Erzen aus Broken Hill, die in der Stadt die Wirtschaft prägt.


 



Die Broken Hill Proprietory (BHP), eine große Minengesellschaft, die sich im 19. Jahrhundert in Broken Hill gründete, entdeckte 1889 auch die Weiterverarbeitung von Erzen für sich und wählte zu diesem Zweck einen Sitz in einer Hafenstadt aus. Port Pirie liegt in relativer Nähe zu Broken Hill, der Stadt, die zu dieser Zeit wie keine andere den Bergbau in Australien verkörperte, und so errichtete BHP eine große Bleischmelze in der Stadt.

Im Laufe der Zeit war diese Industrie in Port Pirie von den verschiedenen Krisen des Bergbaus in Broken Hill meist mitbetroffen, konnte aber als verarbeitende Industrie von einer größeren Stabilität profitieren. So etablierte sich die Schmelze im Laufe der Zeit derartig, dass sie noch heute eine der größten in Australien ist; daneben werden in Port Pirie auch Silber- und Zinkerze aus Broken Hill verarbeitet.

Der Rückgang des Bergbaus in den letzten Jahrzehnten betraf auch Port Pirie, doch kann die Stadt mittlerweile auf so gute Transportwege zurückgreifen, dass sie Auftragslage sich nicht sehr verschlechtert hat.

Neben dieser Industrie ist es vor allem der Fischfang, der einen entscheidenden Einfluss auf die Wirtschaft der Stadt nimmt.


 



Dies alles klingt nun nach eine recht trockenen, wenig ansprechenden Industriestadt, und man muss sagen, dass Port Pirie diesem Bild wenigstens in einem gewissen Rahmen auch entspricht. Weite Teile der Stadt sind noch heute wenig ansehnliche Arbeitersiedlungen, die zwar renoviert, aber nicht grundsätzlich verbessert wurden, während die großen Werke der Industrie in einer doch vergleichsweise kleinen Stadt ebenfalls kaum zu verbergen sind.

Dafür findet man in der Stadt auch interessanten Sehenswürdigkeiten. Im alten Bahnhof zum Beispiel befindet sich ein interessantes Museum des National Trust, in dem Ausstellungen zur Lokalgeschichte und –kunst stattfinden; der Bahnhof ist im viktorianischen Stil erbaut und daher schon selbst dementsprechend sehenswert.

Interessant ist auch ein altes Anwesen, das sogenannte Carn Brae in der Florence Street. In diesem Gebäude, welches nicht nur von außen ansehnlich und pompös ist, findet man auch eine interessante Auswahl an gut erhaltenem Mobiliar und eine umfassende Puppensammlung. Liebhaber von Antiquitäten aus dem 19. Jahrhundert sollten sich dieses Haus nicht entgehen lassen.

Jedes Jahr zum Port Pirie Country Music Festival begrüßt man in der Stadt eine große Zahl von Besuchern, die teilweise aus ganz Australien kommen, um den mitunter sehr hochwertigen Konzerten beizuwohnen.

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