Port Fairy
10. Juni, 2007 von Moderator
Port Fairy
Der knapp 3.000 Einwohner zählende kleine Ort liegt nicht weit von Warrnambool entfernt und erfreut sich bei Tagesausflüglern aus der Stadt recht großer Beliebtheit. Das ist kaum verwunderlich, wenn man das kleine, von Norfolk-Tannen umgebene Dorf einmal genauer betrachtet: viele der Gebäude in Port Fairy sind historisch und stammen aus dem 19. Jahrhundert, so dass der Ort insgesamt den altertümlichen Charme einer Fischersiedlung aus dieser Zeit bewahren konnte.
Die Cottages und Hotels (Kneipen) aus der Goldrauschzeit verbinden sich mit den neueren Gebäuden, und viele Besucher sind der Meinung, dass es sich bei diesem Örtchen um eines der schönsten der Gegend handelt.
Übernachtungsmöglichkeiten findet man in Port Fairy ebenfalls – beinahe ein Geheimtipp, da die meisten Besucher der Region eher Warrnambool als Ausgangspunkt für ihren Aufenthalt wählen. Die Hotels der Stadt bieten atmosphärische und dennoch recht günstige Unterkünfte, die auf jeden Fall empfehlenswert sind.
Schön anzusehen sind auch die alten Fischkutter, die an der Mündung des Moyne vor Anker liegen – alte, teilweise kaum seetüchtig erscheinende Schiffe, die vor allem eine stimmige Atmosphäre verbreiten.
Eine Attraktion ist auch Griffith Island mit dem Leuchtturm, eine Insel, die durch einen Damm mit dem Festland verbunden ist. Nicht nur die schöne Aussicht zieht immer viele Besucher an, sondern auch der Turm selbst. Von Griffith Island aus hat man einen guten Ausblick auf die beiden Strände des Ortes, die der Einfachheit halber einfach East Beach und South Beach genannt werden.
Ein Naturereignis besonderer Art sind die Muttonbirds (Sturmtaucher), die ihre bevorzugten Nistplätze auf Griffith Island haben. Die Vögel kommen im September von ihrer weiten Reise nach Sibirien zurück, um hier in der Region ihre Jungen auszubrüten und großzuziehen. Allerdings lassen die Vögel ihre Jungtiere schon nach wenigen Monaten allein, um zurück in den Norden zu fliegen; es gibt eine Hungerperiode von rund zwei Wochen, in denen schließlich die Instinkte der jungen Vögel sie in die Luft zwingen, bis sie ebenfalls nordwärts verschwinden.
Spannend ist auch die Robbenkolonie in der Nähe. Auf Lady Julia Percy Island vor der Küste um Port Fairy lebt eine große Zahl dieser Tiere, die ähnlich wie die Wale noch bis vor kurzer Zeit beinahe ausgerottet waren.
Mittlerweile haben sich die Bestände erholt, und die Besucher, die sich bei gutem Wetter im Sommer auf Ausflugsbooten nähern, verunsichern sie nicht einmal besonders.
Eine lokale Besonderheit im Dorf, die jedes Jahr eine große Besuchermenge anzieht, ist das Port Fairy Folk Festival. Ganz dem Charakter des Dorfes entsprechend wird auf diesem Festival hauptsächliche Irish Folk-Musik gespielt, doch trägt auch der australische Einfluss zu eigenem Charakter bei: Country, Blues und Didjeridu gehören ebenfalls zum Programm.
Das Fest ist so beliebt, dass man schon im November des Vorjahres besser seine Karten besorgen sollte – ein Besuch ist allerdings auf jeden Fall lohnend, da neben exzellenter Musik und einem guten Programm auch ausgelassene Stimmung geboten wird.
Der Kartenvorverkauf findet in Melbourne statt, in Port Fairy selbst kann man erst ab März Karten in den ziemlich überfüllten Büros zu erstehen. Selbst dieser Aufwand wird von vielen Touristen als lohnend angesehen, wenn sie sich schließlich bei einem Lager zurücklehnen können und die Musik genießen.
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