Mildura Australia
7. November, 2006 von Moderator
Mildura
Diese grüne Oase mitten im staubigen Mallee stellt eines der wenigen touristischen Zentren im mittleren Norden Victorias dar. Mildura zählt rund 20.000 Einwohner, eine stattliche Zahl, die vor allem auf die erfolgreich rund um die Stadt betrieben Landwirtschaft zurückzuführen ist.
Die kanadischen Ingenieursbrüder Chaffey richteten mitten in der Mallee-Landschaft ein Bewässerungssystem ein, welches höchst erfolgreich arbeitet und den Anbau von Zitrusfrüchten und Wein ermöglicht.
Die Felder rund um die Stadt sind relativ weitläufig und heben sich auf angenehme Weise von der staubigen Steppenlandschaft in der weiteren Umgebung der Stadt ab.
In den vergangenen Jahrzehnten war die Landwirtschaft der Motor der Wirtschaft in Mildura; mittlerweile ist wenigstens der Anbau von Zitrusfrüchten durch ausländische Billigproduktionen in eine existentielle Krise gestürzt worden, von der er sich nicht so recht erholt hat. Auch wenn der Weinbau weiterhin erfolgreich betrieben wird, hat man in Mildura vor allem den Tourismus als sichere Einkommensquelle entdeckt.
Man behauptet vom Sunraysia District, der näheren Umgebung der Stadt, dass man hier mehr Sonne vorfinde als an der legendären Gold Coast, eine Behauptung, die zwar nicht eindeutig untermauert werden kann, die jedoch auch nicht ganz von der Hand zu weisen ist.
Im Zentrum des touristischen Interesses steht natürlich der Murray River. Fahrten mit Ausflugsbooten, insbesondere mit Raddampfern, erfreuen sich bei den Besuchern der Stadt großer Beliebtheit, und auch die Vermietung von Hausbooten ist hier ein lukratives Geschäft.
In der Stadt findet man ein interessantes Arts Centre, in dem vor allem englische Gemälde aus dem 19. und 20. Jahrhundert ausgestellt werden. Große Kunst sind die meisten davon nicht, doch kann man ihnen eine gewisse kitschige Schönheit nicht absprechen.
Das Arts Centre eignet sich nach Meinung mancher Besucher ironischerweise vielleicht eher für die weniger kunstinteressierten Besucher der Stadt. Dennoch ist die Ausstellung sehenswert, und man sollte sich auch als Kunstkenner ein eigenes Bild von ihr machen.
Wenn man im Museum war, kann man gleich Rio Vista besuchen, ein englisches Herrenhaus aus dem 19. Jahrhundert, welches gleich in der Nähe der Stadt liegt. Das Gebäude gehörte einem der Chaffey-Brüder, die sich in der Stadtgeschichte als Entwickler des Bewässerungssystems und als Stadtgründer verewigt haben.
Neben diesen eigenen Attraktionen profitiert Mildura aber auch von einer vorteilhaften Lage: in der Nähe der Stadt findet man gleich mehrere Nationalparks, die sich als wahre Publikumsmagneten entpuppt haben. Der Hattah-Kulkyne National Park zum Beispiel zieht mit den großen und schönen Hattah Lakes eine große Zahl von Wasservögeln an, deren Beobachtung bei naturverbundenen Touristen sehr beliebt ist.
Der Murray Sunset National Park ist immerhin der zweitgrößte Nationalpark des Staates und bietet dementsprechend ein sehr abwechslungsreiches Bild der regionalen Landschaft.
Schließlich ist auch noch der Mungo National Park in New South Wales durchaus von Mildura aus zu erreichen und eignet sich als Ausflugsziel.
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