Melbourne Tour

Die Wüste vor der Haustür Melbournes

In Victoria bezeichnet man das Gebiet des Murray-Sunset Parks als „Wüste vor der Haustür“, ein Name, der auf die Abgeschiedenheit anderer australischer Wüsten anspielt. Mit knapp 600 Kilometer Entfernung zur Hauptstadt Melbourne kann man den Park nicht als wirklich „vor der Haustür“ bezeichnen, aber für australische Verhältnis ist diese Entfernung nun auch nicht wirklich groß.

Bewohner und Besucher Melbournes, die sich einen lebendigen Eindruck der kargen australischen Wüstenlandschaften verschaffen wollen, ziehen meistens einen Besuch dieses Parks der weiteren Tour zur Simpson Desert vor, weshalb der Park sich durchaus einer gewissen Beliebtheit erfreuen kann.

Auch wenn der Murray-Sunset National Park eine ordentliche Auswahl an möglichen Aktivitäten bietet, stellen das Klima und die Landschaft gewisse Einschränkungen bei der Freizeitplanung dar. Daher ist es nahe liegend, dass die Hauptattraktion die wüstenhafte Landschaft ist.


 



Früher war die Region, die heute beinahe komplett vom Nationalpark eingenommen wird, als „Sunset Country“ bekannt. Diese Bezeichnung ist auf ein besonderes Lichtspiel zurückzuführen, welches man in den Stunden der Dämmerung hier erleben kann.

Vor allem die Pink Lakes am südlichen Rand des Gebietes sind ein ziemlicher Anziehungspunkt für Besucher, die die außergewöhnliche Landschaft des Parks erkunden wollen. Die Pink Lakes liegen dicht beieinander und kontrastieren auf besondere Weise zur umgebenden Landschaft, die geprägt ist durch Wüstensand und dichte Mallee-Sträucher.

Viele Besucher starten von diesen Seen aus Tagestouren in den Park hinein – eine lohnende Idee, da die meisten Besucher aus Victoria den Park von Süden aus erreichen und daher als erstes zu den Pink Lakes kommen.

Ganz gleich, ob man sich von den Pink Lakes oder einem anderen Punkt aus aufmacht, den Park zu erkunden – Touren mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit dem Geländewagen sind ein einzigartiges Erlebnis. Das hervorstechendste Merkmal, welches viele Besucher des Parks nach ihren ersten Erkundungen beschreiben, ist die Abgeschiedenheit. Die Entfernungen in dem riesigen Nationalpark sind gewaltig, und wenn man nicht gerade mit einem Geländewagen unterwegs ist, hat man gar keine andere Möglichkeit, als höchstens winzige Ausschnitte des Parks an einem Tag zu erkunden.


 



Außerdem machen Größe und Abgelegenheit des Parks es unwahrscheinlich, während eines Aufenthalts im Inneren des Parks auch nur einen einzigen Menschen zu treffen. Man kann sich darauf gefasst machen, dass man nach dem Verlassen der Treffpunkte am Rand des Parks wahrscheinlich für die nächsten Tage, während denen man sich im Inneren des Murray-Sunset Parks befindet, wahrscheinlich keine Menschenseele zu treffen.

Je nachdem, welches Fortbewegungsmittel man für die Erkundung des Parks wählt, sind natürlich entsprechend andere Routen empfehlenswert.

Hat man sich für die Erkundung des Parks zu Fuß entschieden, lohnt es sich, eine der Wilderness Areas als Ausgangspunkt, da in diesen meist die interessanten Landschaftspunkte weitaus näher beieinander liegen als in anderen Teilen des Parks. Dies mag mit dem Geländewagen nur recht nebensächlich sein, für eine Tour zu Fuß sind überwindbare Entfernungen aber essentiell.
Je nachdem, welche Area man für seine Tour auswählt, stößt man auf beeindrucken Mallee-Landschaften und Salzseen, in denen man unter Umständen einige der seltenen Thermometerhühner erblicken kann.

Mit dem Mountainbike sind übrigens ebenfalls die Wilderness Areas das empfehlenswerte Revier, da die teilweise immensen Entfernungen auch mit dem Rad nicht leicht zu überbrücken sind.


 



Eine beliebte Tour mit dem Geländewagen ist die von den Pink Lakes nach Mount Crozier, einer Erhebung weiter nördlich, von der aus man prächtige Ausblicke auf das aride Mallee hat. Vor allem der heideartige Bewuchs der typischen Sträucher macht den Ausblick auf die Landschaft zu einem eindrucksvollen Erlebnis.

Man sollte übrigens – ganz gleich, zu welcher Art der Fortbewegung man sich entschieden hat – von einem Besuch des Parks in den Sommermonaten absehen. Die Hitze innerhalb des Parks ist für ungewöhnte Menschen beinahe unerträglich und wird jede Art von Bewegung zu einer Qual machen, und je weiter man in den Park eindringt, um so mehr nimmt sie zu. Temperaturspitzen um 40 Grad Celsius sind prägnant genug, um den meisten europäischen Besuchern schwer zu schaffen zu machen.

Abgesehen davon ist das Land zu dieser Zeit von der Sonne dermaßen ausgetrocknet, dass die Gefahr von Buschbränden sehr groß ist.

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