Little Cornwall

Little Cornwall – das Siedlungsdreieck

Genau zwischen den drei Städten, in denen 1860 die reichlichen Kupfervorkommen gefunden wurden, ist das Siedlungsdreieck entstanden, das man Little Cornwall nennt. Die Referenz zu den Siedlern aus Südengland ist eindeutig – immerhin entwickelten sich die Städte Kadina, Moonta und Wallaroo vor allem deswegen so gut, weil viele Siedler aus der Gegend von Cornwall herkamen und den Aufschwung mit ihrer Arbeitskraft begünstigten.

Innerhalb von wenigen Jahren waren mehrere tausend Bergleute in die Region gekommen, eine Anzahl, die die Bewohnerzahl der drei Städtchen vervielfachte. Daher werden die Städte trotz ihrer uraustralischen Namen kulturell vom Einfluss der Cornwaller stark dominiert – die Folklore der britischen Einwanderer ist noch heute lebendig im Kernewek Lowender, einem Volksfest, welches alle zwei Jahre abgehalten wird.

Die größte der drei Siedlungen, Kadina, ist zugleich auch die größte auf der Yorke Halbinsel. Die Stadt, die etwas weniger als 4.000 Einwohner zählt, liegt ungefähr zehn Kilometer von der Nordwestküste der Halbinsel entfernt und ist noch heute das wirtschaftliche Zentrum der gesamten Region. Vor allem der Getreideanbau rund um die Stadt ist sehr erfolgreich und wirft reiche Erträge ab.


 



Der Kupferbergbau, der in dem Boom nach 1860 begründet war, hat zwar heute wirtschaftlich keine große Bedeutung mehr, doch spürt man diese Zeit noch in vielen Teilen der Stadt selbst beinahe 150 Jahre später deutlich.

Traditionsreiche Gasthöfe stehen teilweise noch heute im Zeichen des Bergbaus, und viele der öffentlichen Einrichtungen tragen Bezeichnungen, die auf diese Zeit des großen Aufschwungs referieren, ähnlich wie im deutschen Ruhrgebiet, wo auch heute noch die Zechen in den Namen der Stadtteile allgegenwärtig sind, auch wenn sie schon lange geschlossen sind.

Im Kadina Museum findet man eine Ausstellung zur Matta-Matta-Kupfermine, der größten Mine in der Nähe der Stadt, die auch den ersten Boom in Kadina auslöste. Die Stücke, die dort zu sehen sind, sind ebenso sehenswert wie die Dokumente und Informationen, die man im Museum bekommen kann.

Monta, die zweite der Dreiecksstädte von Little Cornwall, ist nur wenig kleiner als Kadina (rund 3.000 Einwohner), hat dafür heute aber eine weniger große wirtschaftliche Bedeutung.

Die Kupfervorkommen in der Region wurden etwa ein Jahr später entdeckt als in Kadina, waren aber nicht weniger reichlich – für immerhin 60 Jahre wurde die örtliche Mine betrieben und warf die meiste Zeit über sehr ansehnliche Erträge ab.


 



Sehenswert sind die Bergwerksanlagen allerdings noch heute, da sie zu einem industriegeschichtlichen Museum hergerichtet worden sind.

Die Kleinste der Städte ist Wallaroo, die nur rund 2.500 Einwohner zählt. Die Siedlung liegt an einer weiten Bucht an der Nordwestküste der Yorke Peninsula.

Der Hafen, der schon kurz nach Beginn der Besiedlung der Insel eröffnet wurde, war immer von großer wirtschaftlicher Bedeutung für Wallaroo, da zu Zeiten des Booms das Kupfer aus den Minen von hier aus verschifft wurde; in den letzten Jahrzehnten hat der Hafen vor allem als Umschlagsplatz für Getreide Bedeutung gewonnen.

Die Vorkommen in Wallaroo wurden als erste entdeckt, und sie waren beinahe die reichlichsten der drei Städte von Little Cornwall. Von 1859 bis zur Krise der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts wurde Kupfer in Wallaroo eingebaut; der Einbruch der Weltmarktpreise allerdings machte den Abbau unwirtschaftlich und führte so zur Schließung der Mine.

In Wallaroo sind noch etliche Bauten aus der Zeit des Kupferbergbaus erhalten. Im alten Postamt der Stadt zum Beispiel ist ein bemerkenswertes Museum des National Trust untergebracht, welches sich mit der Lokalgeschichte von Little Cornwall beschäftigt.

In den letzten Jahren hat der Tourismus in Wallaroo mehr und mehr an Bedeutung gewonnen. Einige Motels und Hotels laden Besucher zur Unterkunft ein, doch erfreut sich nahe der Stadt vor allem Camping großer Beliebtheit. Der Grund für diesen wachsenden Tourismus ist wahrscheinlich in den schönen, sicheren Stränden in der Nähe von Wallaroo zu suchen.

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