Geschichte von Australien

Die Geschichte des Kinglake National Park

Die europäische Besiedlung der Region begann durch eine Reihe von Holzfällersiedlungen, die die Versorgung der nahegelegenen Hauptstadt Melbourne mit Bauholz sichern sollten.

Im Laufe des 19. Jahrhundert kamen nach der Ankunft der ersten Entdecker nach und nach eine ganze Reihe von Siedlern her, die bald den Holzschlag als beste Einnahmequelle in diesen Ausläufern der Berge erkannten. Schnell wurden Siedlungen errichtet, die sich ziemlich stark auf die Holzwirtschaft spezialisierten, wobei natürlich die Produktion von Holz im Vordergrund stand, weniger die Weiterverarbeitung, die seit jeher eher in Melbourne und Umgebung oder noch weiter entfernten Betrieben stattfand.

Wie in vielen Teilen Victorias war auch hier der Einfluss der Goldsucher sehr stark, die Mitte des 19. Jahrhunderts herkamen. Die Hoffnung, man würde auch in dieser Region auf so große Goldvorkommen stoßen wie in anderen Teilen Victorias, erfüllte sich allerdings nicht; nach ein paar kleineren, teilweise kaum nennenswerten Funden waren es wieder die Holzfäller und Viehzüchter, die das wirtschaftliche Ruder der Region in die Hand nahmen.


 



Allerdings ist diese Entwicklung sicher nicht nur positiv zu sehen. Die Arbeit der Holzfäller nahm durch weitläufige Rodungen schnell einen tiefgreifenden Einfluss auf die Region. Viele Wälder wurden innerhalb von wenigen Jahren abgeholzt; andere wurden umsichtiger, aber dennoch nicht weniger intensiv genutzt, so dass sich bald abzeichnete, dass die scheinbar endlosen Holzvorräte des heutigen Kinglake Park nicht ewig vorhalten würden.

Noch Anfang des 20. Jahrhunderts allerdings war die Region ein wichtiger Holzlieferant für den unwahrscheinlich starken Bauboom, der Melbourne zu dieser Zeit aufwühlte. Die Holzfäller kamen kaum nach mit dem Schlagen der Bäume, und es war kein Wunder, dass dieser wirtschaftliche Antrieb sich auch in den Wäldern des heutigen Parks niederschlug. Weite Waldgebiete wurden so rasch gerodet, und es dauerte nicht lange, bis man die Spuren dieses Raubbaus auch an der Landschaft erkennen konnte.

Recht bald wurden erste Stimmen laut, die die Schönheit dieser Landschaft in einem Nationalpark schützen wollten, weil es in niemandes Interesse war, durch diese rücksichtslose Holzwirtschaft die Region ihrer natürlichen Landschaft zu berauben.

Natürlich waren diese Schutzmaßnahmen in der Anfangszeit nicht unbedingt leicht durchzusetzen, aber schließlich kam es 1928 zur Eröffnung des Kinglake National Parks, der heute vor der Einwirkung von Holzfällern ziemlich weitgehend geschützt ist.

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