Geschichte Australiens
23. Dezember, 2006 von Moderator
Die Geschichte des Baw Baw National Park
Inmitten des Parks erhebt sich der Gipfel des Mount Baw Baw, des höchsten Berges in der Region, der früher als verbotenes Land der Aborigines gefürchtet wurde. Allerdings verhielt es sich mit dieser Furcht wohl so, dass sie insbesondere bei den Weißen verbreitet war, die durch die Legenden der Ureinwohner verunsichert waren – schließlich fand man mehrere Kulturzeugnisse weit oberhalb der Grenze zum „verbotenen“ Land.
Zurück gehen viele dieser Legenden auf den Landvermesser William Dawson, der schon im 19. Jahrhundert hier tätig war und der nach einigen Treffen mit den Braiakaulung zu der Überzeugung kam, dass die Region für diesen Stamm so heilig oder furchtbar war, dass sie ihn nicht betreten durften.
Nachdem Dawson dieser Überzeugung in einigen einschlägigen Quellen veröffentlicht hatte, machte sich der Aberglaube unter den Weißen breit, die je eigentlich für sich in Anspruch nahmen, davor gefeit zu sein. Bald gingen finstere Legenden über den Baw Baw um, die nicht mehr viel mit den Vorstellungen der Aborigines zu tun hatten.
Für diese war der Berg zwar wirklich von spiritueller Bedeutung, allerdings sahen sie ihn dabei mehr als einen Ausdruck der Seele des Landes, auf dem sie lebten. Sie zollten dem Baw Baw Beachtung, einfach weil er ein erstaunliches Landschaftsmerkmal war, welches für ein Volk, welches in naturmagischer Verbindung mit dem Land lebte, eine Bedeutung haben musste.
Übrigens geht die Bezeichnung Baw Baw auf das Aborigine-Wort „bo bo“ zurück, was soviel wie Echo bedeutet – eine erstaunlich lautmalerische Art und Weise, den Echo-Effekt zu beschreiben.
Nach Dawson genoss der Mount Baw Baw für eine Weile einen derart zweifelhaften Respekt, dass sich nicht viele Forscher auf den Weg machten, die Region zu erkunden – immerhin bot sich ihnen ein ganzer Kontinent dar, und es bestand keine Notwendigkeit, sich direkt mit solchen unangenehmen Gebieten zu befassen.
Es sollte bis 1860 dauern, ehe Baron von Müller, ein deutschstämmiger Australienforscher, eine Expedition in die Region auf die Beine stellte.
Nachdem man dem Gebiet den Schrecken genommen hatte, indem man ihm ins Auge blickte (und zu dem Schluss kam, dass sie in Wirklichkeit gar nicht so groß war), entwickelte sich die Region um den Mount Baw Baw nach und nach zu einer Anlaufstelle für Wanderer und Skilangläufer. Schon im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert wurde eine Anzahl von Siedlungen gegründet, die allerdings von verheerenden Bränden 1939 zu großen Teilen zerstört wurden. Es dauerte eine Weile, bis die Ortschaft wieder aufgebaut war.
Schließlich, nachdem der Tourismus sich für eine gute Weile zu einem relativ florierenden Geschäft entwickelt hatte, wurde des Gebiet 1979 zum Nationalpark erklärt, was seiner Beliebtheit allerdings keinen Abbruch tat.
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