Australischer Regenwald
5. April, 2007 von Moderator
Die Wallabys im Regenwald des Otway National Park
Die Otway Ranges stellen ein wichtiges Schutzgebiet der Regenwaldvegetation in Australien dar. Wie viele andere Gebiete mit solcher Vegetation hat allerdings in der Vergangenheit der Wald stark unter der Einwirkung des Menschen gelitten – der Holzschlag unter den Baumriesen dieser seltenen Vegetationsart stellte für die zahlreichen Holzfäller, die hier in der Vergangenheit gearbeitet haben, eine zu große Verlockung dar, zumal zu dieser Zeit des Bewusstsein einer „schützenswerten Natur“ noch gar nicht vorhanden war.
Der gesamte Park erstreckt sich über eine Länge von rund 60 Kilometern entlang der Küste, bis zur Höhe von Princetown, wo er direkt an den nächsten Küstennationalpark angrenzt.
Der Angahook-Lorne State Park wird für gewöhnlich mehr oder weniger dem Nationalpark zugerechnet, eine Lesart, die eigentlich mehr als seltsam anmutet, ist er doch beinahe doppelt so groß. Dennoch sind die Schutzbestimmungen in Nationalparks stärker, weshalb der Otway National Park für gewöhnlich auch als das wichtigere Schutzgebiet betrachtet wird.
Die Landschaft und Vegetation der beiden Parks ist recht ähnlich geprägt – durch ein feuchte und warmes, im Winter allerdings recht kühles Klima, in welchem in starker Niederschlag von rund 1.000 Millimetern jährlich keine Seltenheit ist. Dies ist zurückzuführen auf die nahe gelegenen, hohen Otway Ranges und einen stetigen, beträchtlichen Windeinfall von Südwesten, der meist noch höhere Feuchtigkeit mit sich bringt.
Typisch für diese Region ist die Vielzahl von imposanten, teilweise erstaunlich hohen Eukalypten, die verschiedenen Arten angehören. In den höheren Lagen findet man Alpine Ashs, aber auch hohe Mountain Ashs, die zusammen mit anderen, in großer Höhe seltener werdenden Eukalypten ein dichtes Blätterdach bilden. Die meisten dieser Waldgebiete gelten als Regenwald oder sind zumindest stark regenwaldähnlich, da unter dem teilweise fast sonnendichten Dach eine feuchte und vielgestaltige Vegetation gedeiht.
Daneben findet man in vielen Gebieten des Otway Parks, aber auch das Angahook-Lorne Parks mächtige Königseukalypten, schillernde Wasserfälle und Farnschluchten, die von schroffen Felswänden umgeben sind.
Typisch für diese Vegetationsart ist vor allem die reiche Vogelwelt, die man in beiden Parks beinahe überreich bewundern kann. Seidenlaubenvögel sind hier ebenso anzutreffen wie große Königssittiche, aber auch einige der oft seltenen gewordenen Albatrosse.
Andere, verbreitete Bewohner der Lüfte sind die Fledermäuse, die man in den besonders dichten und dunklen Wäldern reichlich vorfindet.
Am Boden ist das Leben in den beiden Parks nicht weniger vielgestaltig, vor allem natürlich im Regenwald. Hier findet man Schnabeligel und Kusus, die die dichten Pflanzen am Boden durchstöbern, aber auch größere Lebewesen wie das Rote Riesenkänguru. Aufgrund der feuchten Vegetation findet man auch da und dort Sumpfwallabys.
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