Australische Kultur
7. April, 2007 von Moderator
Sehenswürdigkeiten im Port Campbell National Park
Auch wenn der Port Campbell National Park als ein wahres Paradies für Taucher gilt, stechen an Land dennoch vor allem die vielen Sehenswürdigkeiten der Region hervor. Sie sind natürlichen Ursprungs, erfreuen sich allerdings als Ziel für Wanderungen großer Beliebtheit.
Ein Beispiel für solch ein Ziel ist die Kalksteinfelsformation der „Twelve Apostles“, die von Wind, Regen und Brandung geformt ein interessantes Ziel bilden. Hier ist aufgrund des spröden Kalkgesteins unbedingt auf Hinweisschilder zu achten, um gefahrlos den großartigen Anblick genießen zu können. Die „Apostel“ sind auf einer kurzen und relativ einfachen Wanderung erreichbar, je nachdem, von welchem Punkt des Nationalparks man seine Tour startet.
Rund um diese besonders beeindruckende Felsformation findet man allerdings eine ganze Reihe von natürlichen Sehenswürdigkeiten, darunter nicht nur beeindruckende Felsformationen, sondern auch einige interessante Höhlen, die von der Brandung in den Fels gefräst wurden.
Interessanterweise gehen auch die Twelve Apostle höchstwahrscheinlich auf solche Höhlen zurück, die dicht vor der Küste lagen und die dann im Laufe der durch Wasser bedingten Erosion nach und nach abgetragen wurden. Der weichere Kalkstein konnte der Einwirkung durch das Wasser nicht Stand halten, so dass schließlich nur die Säulen zurückblieben, die heute die Twelve Apostles genannt werden.
Ein ähnlicher Vorgang fand zum Beispiel noch vor relativ wenigen Jahren statt, als von der als London Bridge bekannten Felsformation ein Stück abbröckelte und den Rest der „Brücke“ als Insel zurückließ.
Da auch das Gestein, welches heute noch vorhanden ist, nicht unbedingt von tragender Stärke sein muss, ist es für Besucher essentiell wichtig, die vor Ort zu findenden Warnungen zu beachten, da es sonst zu schwerwiegenden Unfällen kommen kann.
Neben den Twelve Apostles gibt es weitere wichtige Zeugnisse der Erosionswirkung in dieser Region. In der Nähe des Wracks der „Loch Ard“ findet man die ebenfalls außergewöhnliche Loch Ard Gorge, eine Formation von bestechender Schönheit, die von vielen Besuchern auch als Ziel für eine Wanderung genutzt wird.
Interessant sind auch die Gibson´s Steps, eine Formation von natürlichen Stufen, die in den Kalkfels gegraben wurden.
Eine Sehenswürdigkeit der besonderen Art sind die vor der Küste gesunkenen Schiffe, die als Zeugnisse des ehemals immens wichtigen Versorgungsverkehrs zwischen England und Australien zurückgeblieben sind.
Die hier an der Südküste gelegene Route der havarierten Schiffe, die sich von Port Fairy bis Lavers Hill auf der Great Ocean Route erstreckt, ist durch die erklärenden Hinweisschilder besonders ansprechend. Hier kann der interessierte Wanderer leicht einen Einblick in die Geschichte der Region gewinnen. Auf den Schildern wird genaue Auskunft über die verschiedenen Schiffsunglücke gegeben.
Eines der berühmtesten Wracks ist das der „Loch Ard“. Dieses Schiff sank 1878 und riss 52 Menschen mit in den Tod, die aufgrund der stürmischen See schwimmend keine Chance mehr hatten.
Dieses spektakuläre Schiffsunglück brachte nur zwei Überlebende mit sich, die aus den Fluten gerettet werden konnten. Abgesehen davon barg man damals allerdings noch einen wertvollen Porzellanpfau, der Teil einer Lieferung für hochgestellte Australier war, die mit Gütern aus England versorgt werden sollten.
Dieser Pfau ist noch heute ausgestellt, und zwar im Flagstaff Museum der Küstenstadt Warrnambool, wo er einerseits ein interessantes Zeugnis der Kunst des 19. Jahrhunderts darstellt und andererseits als Erinnerung an die vielen verunglückten Schiffe fungiert.
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