Australische Geschichte

Die Geschichte des Alpine National Parks

Wahrscheinlich war die Bergregion des heutigen Alpine National Parks bereits seit Jahrtausenden von Aborigines besiedelt, ehe die ersten Europäer einen Fuß in die Region setzten.

Die ersten Menschen, die Aufzeichnungen über dieses Gebiet anfertigten, waren die Australienforscher Hume und Hovel, die 1824 herkamen. Sie gaben der Region ihren heutigen Namen und nahmen erste kartographische Zeichnungen vor, die das damalige Bild prägten.

Es sollte allerdings noch knapp dreißig Jahre dauern, ehe weitere Forscher sich herwagten; der prominenteste unter ihnen ist Baron Ferdinand von Müller, ein deutschsprachiger Botaniker, der die faszinierende Pflanzenwelt des heutigen Nationalparks aufzeichnete. Wie bei australischen Nationalparks üblich, folgte zuerst eine Phase der recht intensiven Nutzung der Region.

Es waren die Bergleute in den Jahren des Minenbooms, die die ersten Niederlassungen gründeten; sie waren es auch, die für das Anlegen der ersten Wege in der Wildnis verantwortlich waren, da ihre Arbeit von guten Transportwegen abhing.


 



Daneben kamen viele Holzfäller her, die in den weiten Waldgebieten der Region eine willkommene Verdienstmöglichkeit sahen.

Schon recht früher wurden die Berge allerdings auf andere Art und Weise genutzt. Arbeiterniederlassungen wurden errichtet, da für den Bau der Wasserkraftwerke eine Vielzahl von Menschen benötigt wurde. Diese Siedlungen sind mittlerweile beinahe in Vergessenheit geraten oder weitgehend unnötig geworden, so dass die Region um den Alpine National Park heute nicht besonders dicht besiedelt ist.

Wichtig für die Geschichte des High Country als Nationalpark ist aber vor allem die Viehzucht, die nach 1850 bald recht intensiv betrieben wurde. In dieser Zeit formte sich auch das Ideal des naturverbundenen Viehhirten, der dem amerikanischen Cowboy ähnelte, doch kann man nicht sagen, dass es mit dem Leben im Einklang mit der Natur in Wirklichkeit weit her war.

Es dauerte nicht lange, bis die großen Viehherden, die durch das Land getrieben wurden, dem Gebiet großen Schaden zugefügt hatten. Zu empfindlich war das Ökosystem einer Landschaft, die stark auf evolutionärer Spezialisierung beruhte, als dass diese Nutzung durch den Menschen lange gut gehen konnte.


 



Der Widerruf zahlreicher Weidelizenzen brachte zwar zuerst eine Welle von Protesten mit sich, doch war sie notwendig, um einen ersten Vorschub für den heutigen Schutz des Alpine National Park zu leisten. Daher ist heute auch Viehhaltung im gesamten Gebiet des High Country nur noch in Einzelfällen erlaubt.

Es sollte allerdings noch bis rund 1960 dauern, bis die ersten Ideen zur Gründung eines Nationalparks in dieser Region langsam Gestalt annahmen. Die Victorian National Parks Association, die kurz zuvor entstanden war, setzte sich für die Region ein und entfachte einen teilweise unangenehm ausgefochtenen Kampf, der immerhin fast dreißig Jahre dauern sollte.

Ein Wandel in der Einstellung zahlreicher Nutzer des Gebiets war für diese Entwicklung vonnöten, und es ist klar, dass eine solche Veränderung nicht von heute auf morgen vonstatten gehen konnte. Im Dezember 1989 wurde der Park eröffnet, der sich seitdem bei Besuchern und Bewohnern Victorias gleichermaßen großer Beliebtheit erfreut.

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