Australiens Tierwelt
18. April, 2007 von Moderator
Gefährliche Tiere in australischen Nationalparks
Die einzigen Tiere, die in den australischen Nationalparks eine wirkliche Gefahr darstellen, sind die Krokodile. Wie viele anderen Tierarten sind diese in den geschützten gebieten natürlich häufiger, und die großen Leistenkrokodile, die in vielen Teilen Australiens zu finden sind, stellen für Menschen eine echte Bedrohung dar.
Diese Krokodile leben im Salzwasser und werden bis zu sechs Meter lang; sie sind wirklich furchterregende „Dinosaurier“, die Menschen nicht nur angreifen, um sich zu verteidigen. Große Säugetiere stehen auf ihrem Speiseplan, und in dieses Schema passt ein Mensch ebenso gut wie viele andere Lebewesen.
Leistenkrokodile werden nach ihrem bevorzugten Lebensraum auch Salzwasserkrokodile (oder auf australisch: „salties“ genannt), doch sind sie unangenehmerweise nicht nur in Küstennähe zu finden. Die Tiere kann man ebenso mehrere hundert Kilometer im Landesinneren finden.
Anders verhält es sich mit den kleineren Süßwasserkrokodilen (die immerhin auch noch rund drei Meter lang werden). Diese Tiere sind zumindest für den Menschen weitaus weniger angriffslustig und werden ihn nur angreifen, wenn sie in die Enge getrieben werden. Mit diesen sogenannten „freshies“ wird man also ebensowenig Probleme bekommen wie mit vielen anderen Tierarten.
Den Salties sollte man allerdings besondere Aufmerksamkeit schenken. Die Regionen, in denen diese gefährlichen Räuber vorkommen, sind üblicherweise ausgeschildert. Befindet man sich in so einem Gebiet, sollte man einige Regeln kennen, um die Gefahr zu minimieren.
Nahe liegenderweise droht auch von Leistenkrokodilen nur dort überhaupt Gefahr, wo auch Wasser in der Nähe ist. Die erste und wichtigste Vorsichtsmaßnahme ist daher, einfach einen gehörigen Abstand zu allen Gewässern zu halten, in denen Krokodile leben könnten. Besonders gilt die natürlich für Regionen, in denen die Warnungen akuter werden:
Sichtet man in der Nähe des Aufenthaltsortes von Menschen überhaupt große Krokodile, liest man dies meist bald in der Lokalpresse. In solchen Regionen sollten die Gewässer, an denen die Sichtungen stattfanden, tunlichst gemieden werden. Auch die Nester von Krokodilen sind ein Gefahrenindikator, da die Brut meist nicht weit von den Eltern ist.
Befindet man sich nur in einer Region, in der prinzipiell Krokodilgefahr droht, empfiehlt es sich, mindestens 50 Meter vom Wasser entfernt zu campen. Angeln, so man es überhaupt tun will, sollte man nur einige Meter entfernt vom Ufer (die Überraschungsattacken von Krokodilen sind zu recht gefürchtet) stehen und die Augen offenhalten. Ganz abzuraten ist vom Stehen auf Baumstämmen, die sich über dem Wasser befinden.
Will man in einer weniger akut gefährlichen Region baden, sollte man nur seichte und überschaubare Gewässer wählen. Dunkles Wasser ist ebenso zu meiden wie tiefes; ferner sollte man nicht allein baden, und alle sollten die Augen auf halten.
Verstehen sich alle diese Ratschläge eigentlich mehr oder weniger von selbst, gibt es auch einige trickreichere Gefahren, die von den angriffslustigen Krokodilen ausgehen.
So sollte man nämlich, auch wenn man in gehörigem Abstand vom Wasser übernachtet, dennoch seine Fisch- und Fleischabfälle nicht in der Nähe des Lagers entsorgen. Der Aasgeruch könnte Krokodile anlocken, die dann unter Umständen versucht wären, das Lager anzugreifen.
Außerdem sollte man bei einem mehrtägigen Lager vermeiden, Routinehandlungen in der Nähe des Wassers auszuführen. Es ist bekannt, dass Reisende, die jeden Tag zur gleichen Zeit zum Ufer kamen, nach einigen Tagen dort von einem Krokodil überrascht wurden, welches ihre Gewohnheiten beobachtet hatte. Auch wenn die Tiere nicht übermäßig intelligent sind, ihre Jagdmethoden sind es.
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