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12. Dezember, 2006 von Moderator
Melbourne - Handelszentrum und Bundeshauptstadt
Der Aufschwung der Stadt schien anfangs überhaupt nicht mehr abzureißen. Nachdem Melbourne den schmückenden Beinamen „Grande Dame of the South“ erhalten hatte, war der Weg nicht mehr weit bis zu einem Handelszentrum von Weltrang.
Exzellente Verbindungen in alle möglichen Teile der Welt erlaubten es nicht nur, Güter günstig von Melbourne aus nach Übersee zu verschiffen, sondern sicherten durch den Hafen der Stadt auch die Versorgung Australiens und Victorias mit europäischen Gütern.
So floss das Geld in Melbourne weiterhin in Strömen, und eine Reihe von prunkvollen Villen, Theatern und Herrenhäusern entstand, welche noch heute als so manches Schmuckstück in der Stadt erhalten sind.
Theater und Konzerthallen begünstigten einen Aufschwung des Kulturbetriebs, und Melbourne hatte bald den Ruf, nicht nur eine wahre Metropole des Wohlstands, sondern auch der Kultur zu sein.
Allerorts sprach man von der Stadt als der „Kulturmetropole des Kontinents“, ein Umstand, der das Leben in der Stadt für so manchen neuen Siedler sicherlich noch weitaus interessanter machte.
Nachdem Melbourne 1901 auch noch in den Rang einer Bundeshauptstadt aufstieg, war es ganz klar, dass die vor knapp siebzig Jahren gegründete Blockhüttensiedlung dem Kontinent ihren Stempel aufgedrückt hatte.
Melbourne war zwar nur für 26 Jahre Bundeshauptstadt (1927 trat die Stadt den Titel an Canberra ab), doch die rasante Aufwärtsentwicklung der Stadt ließ sich von Titeln ebenso wenig beeindrucken wie von deren Verlust.
1933 zählte Melbourne eine Million Einwohner, eine Zahl, die nicht nur für damalige Verhältnisse schon überaus stattlich war.
Ein zweiter Boom, der nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs einsetzte, führte zu einem Anstieg des Zuwachses – die Ebene um den Yarra River wurde langsam zu klein, die rund drei Millionen Menschen aus 140 verschiedenen Nationen drängten in alle Richtungen in der Stadt, was zum Bau und zur Entwicklung verschiedener Trabantenstädte führte.
Der zeitweilige Ruf als „moralischste“ Stadt des Kontinents, den ein amerikanischer Prediger Melbourne eingebracht hatte, litt in dieser Zeit ein wenig (kein Wunder, da Melbourne Siedler aus allen Teilen der Welt aufnahm und ihnen ein neues Zuhause gab).
Melbourne ist nach Athen die Stadt mit den meisten griechischstämmigen Einwohnern der Welt, und in der Stadt gehen verschiedene Gerüchte von Hochhäusern um, in denen die Menschen sich überhaupt nicht verständigen können, weil jeder eine andere Sprache spricht (interessanterweise ist es wohl immerhin wahr, dass in manchen Häusern Menschen mit mehr als 40 verschiedenen Muttersprachen leben).
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