Australien Schifffahrt
2. April, 2007 von Moderator
Die mysteriösen Geschehnisse im Mornington Peninsula National Park
Der spektakulärste Teil der Geschichte des Parks ist wohl die des Point Neapan National Parks. Dieser Park hatte 1852, als ein Schiff mit Hunderten von Einwanderern seine Ufer erreichte, zwar noch keinen Bestand, doch wird die Geschichte, die mit diesem Schiff verbunden ist, meist dem Nationalpark zugeschrieben.
An Bord des Schiffes befand sich nämlich eine Vielzahl von Typhuskranken, so viele, dass die Zahl der nicht Infizierten eindeutig in der Minderheit war. Mehr als 100 Menschen waren bereits auf der kräftezehrenden und mehrere Monate dauernden Überfahrt gestorben, während 70 Weitere auch nach der Ankunft keine Überlebenschance hatten. Die Toten wurden auf dem eilig zu diesem Zweck erweiterten Point Neapan Cemetary beerdigt, der bis dahin den wenigen Siedlern der Region gedient hatte.
Da auch eine große Zahl von Kranken nach der Ankunft noch lebte, richtete man schnell eine Quarantänestation ein, um die Ausbreitung der Seuche zu verhindern. Für mehr als 100 Jahre war diese nicht zugänglich; man riegelte sogar weite Teile des umliegenden Landes ab.
Auch wenn die Station bereits verlassen war, verbot man Besuchern dennoch den Zutritt, aus Angst, es könnte auf irgendeinem Umweg doch noch zu einer Ansteckung kommen.
1882 wurde allerdings in der Nähe ein Fort errichtet. Zur damaligen Zeit bestand in Australien eine große Angst vor einigen aggressiven Seemächten, vor allem vor Russland, und im Zuge einer vermuteten Verteidigungsnotwendigkeit wurden weite Teile der Küste mit einem dichten Verteidigungsring überzogen. Ohne zu übertreiben kann man sagen, dass manche Küstenstriche in Australien gegen Ende es 19. Jahrhunderts zu den bestverteidigten Gebieten des britischen Empire gehörten.
Allerdings erwies sich diese Verteidigung in viele Fällen als absolut unnötig, da es zu dem befürchteten Angriff niemals kam. Das Point Neapan Fort war für mehr als 60 Jahre besetzt, und in dieser Zeit fielen in der Region gerade einmal zwei Schüsse – jede Großstadt ist ein brisanterer Kriegsschauplatz.
Ein weiterer Teil des Mornington Parks mit einer interessanten Geschichte ist Cheviot Beach im Süden. Dieser Strand wurde nach 1887 mit diesem Namen bedacht, und zwar in Gedenken an die „Cheviot“, ein Schiff, welches zu dieser Zeit dort gesunken war.
Da Schiffswracks aber vor der australischen Küste weniger eine Besonderheit darstellen, sollte es noch 80 Jahre dauern, bis dieser Strand zu einer brisanten Berühmtheit wurde. 1967 nämlich verschwand der damalige australische Premierminister beim Baden vor Cheviot Beach spurlos.
Die Leiche von Harold Holt wurde nie gefunden, was der Boulevardpresse des Landes Futter für viele, wilde Spekulationen gab. Fakt ist allerdings, dass das Rätsel um sein Verschwinden bis heute nicht gelöst ist, weshalb der Strand auch manchmal noch unter diesem leicht schaurigen Ruf zu leiden hat.
Die übrige Geschichte des Mornington Peninsula National Parks ist weniger spannend. Bis zur Ankunft der ersten europäischen Siedler war das Gebiet des heutigen Parks die Heimat von Aborigines, die sich hier von Jagd und Sammeln, vor allem aber auch von den Fischen vor der Küste ernährten. Nachdem die Halbinsel von europäischen Forschern entdeckt worden war, richtete sich bald größeres Interesse auf sie, da man einige hochwertige Ressourcen auf ihr vermutete.
Die Gegend stellte sich allerdings als weit weniger ertragreich vor, als man zuerst vermutet hatte, und so kam es nie zur Entwicklung wirklich großer Siedlungen auf der Halbinsel. Dennoch kam im Laufe des 20. Jahrhunderts nach und nach das Bewusstsein auf, dass die Natur in dieser Region schützenswert sei, und man begann mit Bestrebungen, auf der Halbinsel einen Nationalpark einzurichten.
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