Australien Reise
18. Januar, 2007 von Moderator
Kanutouren im Nationalpark
Dem prägenden Einfluss des Snowy River entsprechend ist das beliebteste Fortbewegungsmittel der Besucher das Kanu. Auch wenn man mittlerweile leider immer mehr Regionen sieht, in denen der starke Einfluss des Snowy Mountain Plants dem Fluss die Kraft genommen hat, gibt es noch mehr als genug Gebiete, in denen er sich nicht nur für einfache Touren, sondern auch für echte Wildwasserfahrten eignet.
Informationen über den Kanusport im Snowy River Park gibt es bei der Parkleitung und in den verschiedenen Visitor Centres in der Gegend.
Grob gesagt ist der Fluss vom nördlichen Ende des Parks bis nach Orbost relativ problemlos mit dem Kanu befahrbar; je nach Abschnitt findet man anstrengende und herausfordernde Strecken oder auch erholsamere Touren, in denen man kaum auf Gefahren stoßen wird.
Von Willis bis zur MacKillops Bridge zum Beispiel ist die Fahrt beinahe durchgehend einfach und recht angenehm – man wird hier nur auf wenige kurze Strecken stoßen, in denen Stromschnellen für den Kanuten eine Herausforderung darstellen. Dort, wo man in diesem Gebiet auf schnellere Strömungen trifft, sind diese angenehmerweise meist weniger abschüssig und somit ein wenig leichter befahrbar als in anderen, riskanteren Regionen.
In der stärksten Besucherzeit herrscht hier auch die geringste Wassertiefe – wenn man sich im Hochsommer auf diese Tour begibt, sollte man sie in rund sechs Stunden bewältigen können, während man bei höheren Wasserständen länger brauchen wird.
Danach folgt der bis Buchan reichende Abschnitt, der mit schwierigeren Herausforderungen aufwartet. Hier gibt es durchaus einige tückische Stromschnellen, die bei zunehmender Wassertiefe immer unberechenbarer werden, weshalb die Regionen, in denen die Tiefe jenseits von einem Meter liegt, nur für erfahrene Fahrer zu empfehlen sind.
Ein geschlossenes Kajak ist für diese schwierigeren Gebiete auf jeden Fall Pflicht, da man sonst durch hochschlagende Wellen und plötzliche Bewegungen in Schwierigkeiten geraten kann.
In diesem Abschnitt passiert man die beiden Wilderness Areas des Parks, in denen auch der Fluss durchaus noch ein gutes Stück seiner Wildheit bewahrt hat, und einige der schönsten Gebiete der Kanutour.
Exzellente Zeltplätze laden den Sportler nach der Tour zur Rast ein, ein Angebot, welches man wahrnehmen sollte – die Atmosphäre dieser gut ausgestatteten, aber dennoch abgelegenen Plätze ist einzigartig und schön.
Der Höhepunkt der Fahrt zwischen der MacKillops Bridge und Buchan aber sind die insgesamt drei Schluchten, die man auf dieser Fahrt passiert. Die steil aufragenden, urtümlichen Felswände bieten oft auch die Gelegenheit zu interessanten Tierbeobachtungen – allerdings ist der Fluss gerade in diesen Gebieten oft so herausfordernd, dass man nicht unbedingt davon ausgehen kann, auch Zeit für solchen „Müßiggang“ zu haben.
Insgesamt ist dieser Teil der Tour als mittelschwer bis schwer einzustufen, weshalb man sich vor Antritt beim Startpunkt abmelden sollte, damit auch ein eventueller Unfall noch gut ausgehen kann.
Auch für erfahrene Kanuten sind die Bedingungen hier zu manchen Zeiten des Jahres so unberechenbar, dass man mit Gefahren rechnen muss – im Frühling oder Winter kann es durch spontane Schneeschmelzen in einer Nacht zu einem Anstieg des Wasserspiegels um bis zu acht Meter kommen. Solch ein rasanter Anstieg kann auch dem hartgesottensten Kanuten schwer zu schaffen machen.
Weitere Informationen über diese Touren kann man bei der Victorian Canoe Association erhalten, die gerade über die besonderen Begebenheiten im Snowy River National Park gut informiert ist.
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