Australien Industrie
5. März, 2007 von Moderator
Victoria
Im Norden des Staates Victoria, an der Grenze zu New South Wales, die vom Murray River gebildet wird, liegt eines der größten Wein- und Obstanbaugebiet in Victoria.
Der Fluss, der sich ursprünglich einen Weg durch eine recht trockene und heiße Landschaft bahnte – die sich dementsprechend nicht durch besondere Fruchtbarkeit hervortat – wird mittlerweile als Quelle für ein gut ausgebautes Bewässerungssystem genutzt, welches eine intensive Nutzung dieses sonnenreichen Gebietes ermöglicht.
Im Westen von Victoria findet man eine der spektakulärsten Küstenlandschaften des Staates, eine Steilküste, die sich entlang der Great Ocean Road windet. Der Anblick dieser Küste, sei es von einem Aussichtspunkt oder von einem Schiff aus, gilt als atemberaubend.
Hinter dieser Küste findet man eine Hügellandschaft vulkanischen Ursprungs. In dieser Region ist der Boden besonders fruchtbar und die Landwirtschaft ertragreich; die relativ intensive Nutzung durch die Felder vieler kleiner Dörfer und Städtchen ist allerdings einem Umstand zu verdanken, der wenig mit der Landwirtschaft zu tun hat.
Die meisten dieser kleinen Orte verdanken ihre Gründung dem Goldrausch, und dem ein oder anderen Örtchen kann man diese Goldschürferwurzeln noch heute auf charmante Art und Weise anmerken.
Auf dem Boden von Victoria befinden sich aber auch die letzten wirklich großen gemäßigten Regenwaldvorkommen des Kontinents. Die großen Waldgebiete im Südosten sind zwar im Vergleich zu dem, was man noch vor 200 Jahren dort fand, nur ein kleiner Restbestand, doch verglichen mit vielen anderen Waldbeständen in Australien sind sie noch sehr groß.
Weil aber bis jetzt die Erschließung des Gebietes als Nationalpark ausblieb, schreitet die Abholzung weiter voran. Die Wälder werden gerodet und in Form von Holzchips nach Japan verschifft, wo sie für die Papierproduktion verwendet werden. Zwar gibt es immer wieder Proteste gegen dieses Vorgehen, doch hat sich ein allgemeiner Konsens bis jetzt nicht durchsetzen können.
Auch wenn der Tourismus in Victoria nicht ohne Bedeutung ist, stellt vorwiegend die Industrie dieses Staates den entscheidenden Wirtschaftsfaktor dar.
Man findet eigentlich nur zwei nennenswerte Zentren dieser Art in Victoria: Melbourne und Geelong, die beiden größten Städte. Dort findet man Werke der petrochemischen Industrie, der Bekleidungsindustrie und insbesondere auch der Nahrungsmittelindustrie.
Victoria ist im Vergleich zu anderen Staaten Australiens nicht besonders rohstoffreich. Zwar gab es einigermaßen umfangreiche Goldvorkommen im Zentrum des Landes, doch sind diese mittlerweile schon seit einer guten Weile verbraucht. Dennoch sind sie geschichtlich gesehen wichtig, da sie ein schnelles Wachstum der Kolonie ermöglichten.
Neben diesen verschiedenen Industriezweigen stellt insbesondere die Schafzucht einen wichtigen Faktor in Victoria dar. Zwar hat sich das recht spektakuläre Verhältnis von 1840, bei dem auf einen menschlichen Bewohner des Staates im Durchschnitt 80 Schafe kamen (auf jeden Bewohner – nicht nur auf die Schafzüchter!), nicht bis heute erhalten, doch liefert der Staat einen großen Teil der australischen Wollproduktion sowie an Hammel- und Schaffleisch.
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