Australien Europa

Europäische Kunst in Sydney

Wie im Rest Australiens ist auch die australische Kunst in Sydney ebenfalls auf besondere Art und Weise durch ein Gespür für die Schönheit der Landschaft dieses Kontinents geprägt.

Diese besondere Verbindung zwischen Künstler und Land hat sich in der europäisch beeinflussten Kultur im „down under“ in den letzten 200 Jahren entwickelt.

Sie ist wohl darauf zurückzuführen, dass die ersten Künstler, die nach der europäischen Besiedlung nach Australien kamen, besonders an der Dokumentation der einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt arbeiteten.

Dieses darstellerische Interesse ist natürlich bei den Künstlern, die später zu anderem Zweck arbeiteten, nicht erhalten geblieben, doch prägten diese ersten Jahre die australische Kunst nachhaltig. Die Kunst als Selbstausdruck des Künstlers trat in Australien im Vergleich zu anderen Orten relativ in den Hintergrund, während man sich der Mythologisierung der Landschaft und der Menschen des Landes widmete.


 



Diese besonderen Einflüsse prägten den einzigartigen australischen Stil, den man natürlich auch in Sydney in den Werken einheimischer Künstler wiederfinden kann. Die Herausforderung, die die australische Landschaft an die ersten europäischen Künstler stellte, kann man bis heute in den Werken spüren.

Einen besonders starken Einfluss auf die modernere australischen Kunst hatte insbesondere die Heidelberger Schule, ein Kreis von Malern, in denen man große australische Namen wie Tom Roberts, Frederick McCubbin, Artur Streeton und Charles Conder wiederfindet.

In den letzten zehn Jahren des 19. Jahrhunderts war das Wirken des Heidelberger Kreises am stärksten, und die Gruppe wurde benannt nach dem kleinen, idyllischen Ort, in dem sie ihre Tätigkeit ausübten, nämlich Heidelberg im Staat Victoria.

Die Werke dieser Künstler sind geprägt durch das harte und entbehrungsreiche Leben in Australien zu einer Zeit, als sich ein Nationalgefühl auf diesem Kontinent gerade erst etablierte.

Die Werke der Künstler sind impressionistisch beeinflusst und genießen einen achtbaren Ruf. Im Zusammenhang mit der Heidelberger Schule tritt auch der erste berühmte Künstler Sydneys auf den Plan: Julian Ashton, der zwischen 1851 und 1942 lebte und der die Heidelberger Bewegung ebenso unterstützte wie beeinflusste.


 



Im 20. Jahrhundert wurde die Kunst in Australien durch eine starke Provokanz geprägt. Norman Lindsay wirkte mit seinen aufsehenerregenden Werken gegen die Prüderie seiner Zeit, die zum Beispiel Männern und Frauen nicht einmal das gemeinsame Baden gestattete. Lindsays Werke zeigen viele Darstellungen von nackten Körpern, die die körperliche Lust feiern, und bildeten so einen starken Gegenpol zu der Doppelmoral dieser Zeit.

Einen Höhepunkt der australischen Kunstgeschichte bildet sicherlich auch die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen, in der sich eine ganze Reihe von Künstlern einen Namen machte. Der Ruf australischer Künstler reichte in dieser Zeit auch weit über die Grenzen des Kontinents hinaus.

Nolan, Tucker und Dobell sind drei große Namen dieser Zeit, wobei der letzten ein Schüler von Ashton war. Allerdings brach Dobell durch seine Werke, in denen desolate Landschaften und ausgemergelte Gestalten dargestellt wurden, mit dem Heidelberger Romantizismus.

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