Australien Aborigines

Die Geschichte des Croajingolong National Park

Historiker gehen davon aus, dass die Region des Croajingolong National Parks zu den am frühesten von Aborigines besiedelten Teilen von Australien gehört. Dies würde bedeuten, dass die ersten Menschen dieses Volkes wahrscheinlich vor rund 40.000 Jahren in der Region lebten.

Der Grund für diese im Vergleich zu anderen Gebieten recht frühe Besiedlung ist noch heute einfach zu verstehen. Der Küstenstreifen umfasst eine reiche Pflanzenwelt, eine große Auswahl an Vögel, Beuteltieren und Fischen und somit perfekte Nahrungsquellen für Jäger und Sammler.

Es ist nicht ganz klar, wie viele verschiedene Stämme in dem Gebiet lebten; der Name „Croajingolong“ geht auf einen von ihnen zurück, der für diese Region sicher belegt ist. Dieser Stamm nannte sich selbst die „Krauatungalang“, was in ihrer Sprache soviel wie „Menschen des Ostens“ bedeutet. Diese Bezeichnung galt allerdings nicht nur für die Bewohner des heutigen Parkgebietes, sondern für das gesamte Ost-Gippsland.


 



Neben einigen Funden, die auf das kulturelle Wirken der Aborigines schließen lassen und die somit die frühesten Zeugnisse menschlichen Wirkens in der Region sind, fängt die eigentliche „Geschichtsschreibung“ des Parks natürlich erst mit der Ankunft der ersten Europäern an. Die Legenden der Aborigines, die sich um das Land ranken, sind nicht nur schlecht überliefert (wenigstens für Weiße), sondern auch unklar und vor allem stark mythisch, weshalb man mit ihnen nicht besonders viel anfangen kann.

Sicher ist, dass Captain James Cook den Küstenstreifen, der heute den Croajingolong Park darstellt, 1770 als erster Europäer erblickte. Er schenkte der Region allerdings vorerst keine größere Beachtung, da es in Australien mehr und für den Anfang nach seiner Einschätzung lohnender Gebiete zu erkunden gab. Es dauerte einige Jahre, bis vorbeifahrende Schiffe die ersten Sichtungen machten, die die Küste für die Siedler interessant machten – nämlich die Robbenkolonien, die in manchen Gebieten an der Ostküste lebten.

Innerhalb von wenigen Jahren strömten Hunderte von Robbenfängern herbei, die etliche kleine Niederlassungen gründeten.


 



Allerdings hielt die Robbenpopulation diesem Ansturm nicht lange stand – schon vor 1820 war sie beinahe ausgelöscht, was auch zur Folge hatte, dass die Robbenfänger nach und nach das Interessen an diesem Teil der Küste verloren.

In den nächsten Jahrzehnten war es wie in vielen Teilen Australiens vor allem die Viehzucht, die für die Region von großer wirtschaftlicher Wichtigkeit war. Bis heute hat die Nutzung des Hinterlands als Weideland nicht nachgelassen, und die Viehzucht ist in den Teilen, die weiter von der Küste entfernt liegen, noch immer sehr wichtig.

Die Geschichte des Croajingolong Parks als Nationalpark beginnt 1979, als der Park zusammen mit einigen anderen Schutzgebieten eingeweiht wurde. Das neu entstandene Bewusstsein für die Wichtigkeit der Naturdenkmäler in Australien hatte dazu geführt, dass innerhalb von wenigen Jahren gleich vier Nationalparks geplant worden waren, die nun zur selben Zeit eröffnet werden sollten: neben dem Croajingolong National Park waren das Wingan, Mallacoota und Captain James Cook National Park.

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