Airlie Beach
27. November, 2006 von Moderator
Airlie Beach
Die kleine Küstenstadt Airlie Beach liegt knapp 30 Kilometer von Proserpine entfernt, dem unscheinbaren Durchgangsörtchen, welches seine Bekanntheit einzig und allein der Tatsache verdankt, dass es auf dem Weg an die Küste liegt.
Auch wenn Airlie Beach durchaus mit vielen eigenen Annehmlichkeiten aufwarten kann, liegt ein Vergleich mit Proserpine in irgendeiner Form nahe. Auch das Küstenstädtchen profitiert nämlich hauptsächlich von der Beliebtheit der Whitsundays, und dies schlägt sich deutlich im Stadtbild nieder.
Der Ort besteht nämlich praktisch nur aus unzähligen offiziellen und selbst ernannten Tourist Offices, verschiedenen Reisebüros (die natürlich auf Touren zu den Inseln spezialisiert sind), Restaurants und Cafés. Für die Unterkunft sorgt eine große Anzahl von Hotels, Motels und Resorts.
Auch wenn der Name des Orts die Vermutung nahelegen würde, gibt es in Airlie Beach keinen nennenswerten Strand. Um den Badegelüsten der Besucher dennoch Rechnung zu tragen, gibt es in der Stadt eine künstlich angelegte Salzwasserlagune, die zwar keine Verbindung mit dem Meer aufweist, dafür aber auch ihre Vorzüge hat – das Wasser ist quallenfrei und bleibt von den Gezeiten unbeeinflusst.
Beiderseits der Küstenstraße liegt die gastronomische Meile der Stadt – hier findet man Pubs, Restaurants und Clubs, die sich bei den Besuchern großer Beliebtheit erfreuen.
Gerade Urlauber, die mit dem Rucksack unterwegs sind oder die einen Segeltrip vor der Küste planen, verlängern ihren Aufenthalt in Airlie Beach oft um ein paar Tage, um sich zu entspannen.
Der touristische Aufschwung von Airlie Beach startete in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts. In dieser Zeit führte ein langgezogener Pilotenstreik in Australien zu einer großen Flaute der Touristik-Industrie, weshalb auch Airlie Beach (wo auch zu dieser Zeit schon ein recht starker Tourismus herrschte) um diesen Einkommenszweig bangen musste.
Man reagierte, indem man verstärkt um Backpacker warb, die dann auch – unbeeindruckt vom Streik der Piloten – in großen Zahlen kamen. In Folge dieser Entwicklung stellte sich das Angebot der Stadt bald um und passte sich dem neuen Klientel an. Günstige Hostels wurden geöffnet, verschiedene Anbieter spezialisierten sich auf preisgünstigere Touren, und vor allem die Motels, die ja stets auf recht preisgünstige Zimmer spezialisiert waren, konnten diese Entwicklung ungestört genießen.
Nach dem Ende des Streikt hatte Airlie Beach sich als Urlaubs- oder wenigstens Durchgangsort sowohl für Pauschal- wie auch für Backpacker-Touristen etabliert; als wenige Jahre später auf den Inseln mehrere Luxus-Resorts eröffnet wurden, nutzte man im Ort die günstigen Konditionen auf dem Festland, um sich auch von diesem Markt ein Stück abzuschneiden.
Alle Maßnahmen waren von Erfolg gekrönt, und heute ist Airlie Beach von einem bunten Touristengemisch bevölkert, welches man in dieser Zusammenstellung kaum in einem anderen Ort auf dem Festland finden kann.
Man sollte übrigens nicht meinen, dass mit der Rückkehr der Pauschaltouristen und dem Hinzukommen der Kunden der Luxus-Resorts die Backpacker in Airlie Beach als Kunden weniger gefragt wären – mittlerweile bietet die kleine Stadt ganz einfach für jeden etwas, und da die Backpacker ob ihrer Angewohnheit, zwar günstig zu schlafen, ansonsten aber viel Geld für Freizeit auszugeben, gar keine so schlechten Kunden sind, umwirbt man sie auch heute noch.
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