Canberra Australia
23. November, 2006 von Moderator
Canberra – Eine Reise wert
Canberra wird durchzogen von einer Vielzahl von Parks und Grünflächen, die ihr eine für eine Großstadt ausgesprochen natürliche Atmosphäre verleihen. Im geographischen Zentrum der Stadt liegt ein großer, künstlich angelegter See, der die Stadt in zwei Hälften teilt und mit seinen Ausläufern und seinen umliegenden Parks einen Ruhepol in diesem Zentrum der Macht darstellt.
In der Nähe dieses Sees, nämlich im wirtschaftlichen und politischen Zentrum der Stadt, liegen formelle sechseckige Plätze, von denen aus Straßen sternförmig in alle Teile des Landes gehen. Diese Straßen sind in Canberra promenadenbreit und werden von prächtigen Verwaltungsgebäuden und hohen Statuen gesäumt, die dem Besucher einen starken Eindruck von diesem Zentrum der Macht in Australien geben.
In den Vororten Canberras kann man dann und wann ein frei laufendes Känguru entdecken, das sich aus dem umliegenden „Mini-Staat“ Australian Capital Territory nach Canberra gewagt hat. Das Capital Territory besteht zu mehr als 70 Prozent aus Nationalparks, und diese Parks reichen beinahe bis an die Stadtgrenze Canberras, was faszinierende Naturansichten von der Stadt aus nur einen Katzensprung entfernt macht.
Riesige, für meisten Europäer gar unvorstellbare Wälder erstrecken sich im Umland, welches man von verschiedenen Aussichtspunkten in der Stadt gut erblicken kann. Canberra ist nämlich von allen Großstädten Australiens die Einzige, die nicht am Meer, sondern auf rund 600 Meter hohem Tafelland liegt.
Wer sich eine Weile in Canberra aufhält und sich die Zeit nimmt, die Stadt in Ruhe zu erkunden, wird bald verstehen können, warum man die Hauptstadt Australiens als die gelungenste Retortenstadt der Welt bezeichnet.
Natürlich muss Canberra hinter den beiden Metropolen Sydney und Melbourne in vielen Bereichen zurückstecken – auch wenn man sich bei der Planung große Mühe gab, einen natürlichen Eindruck in der Anordnung der Stadt zu erwecken, kann man da und dort erahnen, dass es eben nur ein „erweckter Eindruck“ ist, den man da betrachtet.
Auch geht Canberra trotz aller monumentalen Gebäude und allen üppigen Prachtbauten ein wenig der natürlich Charme ab – ganz gleich, wie gut die „Retorte“, aus der die Stadt stammt, auch sein mag, mit einem gewachsenen Zentrum kann sie in diesem Bereich nicht mithalten.
Über das Nachtleben und die Ausgehkultur in Canberra sind die meisten Besucher zweigeteilter Meinung. Einerseits gibt es eine Vielzahl von Restaurants, Bars, Pubs und Clubs in der Stadt, die eigentlich so ziemlich jeden Geschmack abdecken können sollten. Gerade im Restaurantbetrieb ist Canberra herausragend, vielleicht, weil seine Bewohner diese Art der Gastronomie so besonders schätzen. Man schätzt, dass die Restaurantzahl in Canberra pro Kopf die höchste von ganz Australien ist (und so läuft Canberra zumindest in diesem Teilbereich sogar der „Stadt des Essens“ Melbourne den Rang ab).
Sehenswürdigkeiten gibt es in Canberra auf jeden Fall genug, und auch das Klima ist eigentlich mit seinen ausgeprägt jahreszeitlichen Temperaturen, die aber relativ mild sind, recht einladend. Die künstlich gestaltete Ästhetik der Stadt ist herausragend; sowohl Gebäude, als auch die vielen Parks, die geschickt angelegt wurden, bieten eine Menge Sehenswertes.
Doch trotz dieser Vorzüge ist Canberra noch immer unter Touristen nicht unbedingt erste Wahl; dies ist für die Stadt zwar sicherlich bedauerlich, man kann es aber durchaus zu seinem Vorteil nutzen. Denn in Canberra kann man eine gute Zeit verleben, allen Luxus einer Großstadt (310.000 Einwohner) genießen und muss sich dennoch vor superurbaner Überfüllung nicht besonders fürchten. Canberra kann für jeden Besucher, der sich bereit ist, auf sie einzulassen, und der sich nicht von den üblichen Vorurteilen leiten lassen will, ein wunderbares Reiseziel darstellen.
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