Hahndorf Australien
2. Juni, 2007 von Moderator
Hahndorf
Man wird es als deutscher Besucher in South Australia kaum für möglich halten, aber der deutsch anmutende Name „Hahndorf“ der Siedlung im Großraum Adelaide geht in der Tat auf eine deutsche Gründung zurück. Die alte deutsche Stadt Hahndorf zählt rund 1.700 Einwohner, und die Zahl der deutschstämmigen unter ihnen ist recht groß. Der Name leitet sich von Kapitän Hahn her, der den deutschen Siedlern 1838 bei der Suche nach Land half und durch dessen Hilfe schließlich der Boden für die Gründung von Hahndorf gefunden wurde.
Wenn man sich in der Stadt einen ersten Eindruck verschaffen will, so werden die Straßen mit alten Bäumen, die dennoch nicht im symmetrischen Alleestil angelegt sind, die deutsch anmutenden Fachwerkhäuser, die in Hahndorf so verbreitet sind, und die lutherischen Kirchen die seltsame Illusion erzeugen, man befinde sich in einer altertümlich anmutenden deutschen Stadt.
Hahndorf wurde 1839 von protestantischen Einwanderern aus Ostpreußen gegründet, die vor den Repressionen des damaligen Regimes geflohen waren. Da es sich bei den Siedlern allerdings um Menschen handelte, die durchaus ihre deutschen Wurzeln nicht verleugnen wollten (die Geschichte der Schlesier in Bezug auf Deutschland ist da sehr wechselhaft), versuchte man bei der Gründung der Stadt diesen kulturellen Einfluss auf jeden Fall zu bewahren. Hahndorf ist die zweitälteste deutsche Siedlung in Australien und gilt heute als State Heritage Area von South Australia.
Diese besondere Art von Denkmalschutz ist zurückzuführen auf die große Konzentration von alten Gebäuden im Hahndorf. Die vielen gute erhaltenen, teilweise großen und kostspieligen Gebäude sind auf die schnellen Erfolge zurückzuführen, die man in Hahndorf nach der Gründung der Stadt erzielte. Die Siedler brachten großes Wissen über die Landwirtschaft mit sich, das sie mit viel Geschick an die neue Umgebung anpassten und so ihrem kleinen Ort schnell zu einem gewissen Wohlstand verhalfen.
Von 1864 zum Beispiel stammt die Old Mill, eine Mühle, die heute als Restaurant und Hotel genutzt wird und die durch ihrer Geschichte sehr viel ureigenen Charme in die Gastfreundschaft mit einbringt. Neben der Mill nutzten man früher die Old Windmill, eine Windmühle, die 1966 renoviert wurde.
Noch älter ist das German Arms Hotel von 1839, welches also nur kurz nach der Siedlungsgründung errichtet wurde. Der Bau, wie er heute besteht, stammt von 1868. Ein weiteres Gasthaus, welches aus der Zeit noch recht kurz nach der Gründung der Stadt stammt, ist das Hahndorf Inn, eines der traditionsreichsten Häuser im Ort.
Ein gutes Beispiel der deutschen Wurzeln in South Australia ist auch die Michaelskirche von 1856.
Genauere Eindrücke von der Geschichte des Ortes kann man sich in der Settlers Hill Heritage Collection verschaffen, in der man einige Erinnerungen an die Pionierzeit findet. Typisch deutsch sind die anderen Ausstellungsstücke: eine Sammlung von Uhren und eine große Modelleisenbahnanlage sind ebenfalls in der Heritage Collection zu finden.
Ein berühmter Bewohner Hahndorfs ist der Hamburger Maler Hans Heysen, der nach 1883 in Australien lebte und dessen Landschaftsgemälde auf dem Kontinent einen großen Ruf genießen.
Seine liebsten Motive waren die Adelaide Hills und die Flinders Ranges, zwei australische Landschaften von großer Schönheit, die er auch einzigartige Weise in seinen Gemälden wiederzugeben verstand.
In der Hahndorf Academy, der örtlichen Kunstgalerie, sind dementsprechend viele Werke von Heysen ausgestellt.
Neben dem Dorf selbst mit seinen vielen schönen Bauwerken ist vor allem das jährliche Schützenfest im Januar ein wahrer Publikumsmagnet vor allem für australische Touristen.
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