Australien Sidney
23. Mai, 2007 von Moderator
Das 20. Jahrhundert
Australien genoss zu Beginn des 20. Jahrhunderts seinen Status als junge, aufstrebende Nation in vollen Zügen. Durch die Gründung des Commonwealth entstand ein erster, pulsierender Nationalstolz, und die Australier nutzten viele Gelegenheiten, ihren Stolz auf die Nation, die sie in der kurzen Zeit ihres Bestehens vorangetrieben hatten, auch zu zeigen.
Der Baustil, der in dieser Zeit vorherrschte, ist noch heute als Federation Style bekannt, eine Bauart, deren charakteristische Merkmale große, ausladende Grundstücke sind (Land war in Australien zu dieser Zeit nicht knapp), doch auch die Häuser wurden möglichst groß und mondän errichtet.
Große Veranden, die oft mit feinen Kunstwerken verziert waren, boten mit Motiven wie Kängurus und Eukalyptusblättern nicht zuletzt die Möglichkeit, seinen Stolz auf die junge Nation auszudrücken.
Dennoch blieb das Verhältnis und die Bindung zum britischen Mutterland gut. Das höchste australische Gericht hatte noch immer seinen Sitz in England, es handelte sich um das Privy Council. Und als der erste Weltkrieg ausbrach, der Australien natürlich territorial relativ unberührt ließ, entsandte Australien dennoch Unterstützung nach England. Viele australische Soldaten zogen stolz in den Ersten Weltkrieg, doch teilten auch sie oft das Schicksal vieler europäischer Soldaten, indem sie nicht aus dem Krieg heimkehrten.
Die gefallenen Soldaten wurden in Australien aber ebenso geehrt wie in Ländern, die vom Krieg primär betroffen waren, und immerhin gab es auch von einigen Schlachten zu berichten, in denen australische Soldaten entscheidende Beiträge geliefert hatten.
So siegte schon 1914 der australische Kreuzer H.M.A.S Sydney über den deutschen Kreuzer Emden, was zelebriert wurde, indem der Mast des Schiffs nach Kriegsende auf Bradleys Head ausgestellt wurde.
Nach Kriegsende konnte jedoch nicht einmal der Wohlstand der Stadt sie vor den Auswirkungen der katastrophalen Depression schützen. Nach 1929, als die Weltkrise sich zuspitzte, war immerhin ein Drittel der arbeitsfähigen Bevölkerung arbeitslos, und die Wirtschaft in Australien und auch in Sydney war entsprechend am Boden zerstört.
Allerdings halfen einige Projekte, wie zum Beispiel der Bau der monumentalen Harbour Bridge, bei der Überwindung der Krise, und so befand sich Australien nach 1932 bald wieder im Aufschwung.
Die Schauplätze des Zweiten Weltkriegs waren für Australien schon bei weitem bedrohlicher. Beinahe während des gesamten Krieges hatten die Bewohner von Sydney japanische Angriffe zu fürchten, und der japanische Vorstoß nach Süden ließ auch Australien nicht unberührt. Allerdings kam er schon im Norden des Landes zum Stillstand.
Sydney überstand den Krieg nicht zuletzt durch amerikanische Unterstützung relativ unbeschadet. Zwar griffen japanische U-Boote immer wieder die Vororte der Stadt an, und die Entscheidungsschlacht in der Korallensee war nicht zu vermeiden; doch mit amerikanischer Unterstützung wurde der Vorstoß der Japaner gestoppt; bald darauf war die Bedrohung durch den Zweiten Weltkrieg auch schon wieder vorüber.
Drei Mini-U-Boote, die nach der Schlacht 1942 nach Angriffe auf Sydney starteten, sind heute zu Teilen beziehungsweise beinahe vollständig auf Garden Island und im Australian War Memorial ausgestellt.
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